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die in ihm ihre logiſche Stütze, wie ſie ſelbſt in der Präeriſtenzlehre die reale Grundlage hat. Die Be⸗ deutung der àαμeρά ,mGĩzĩ8²/—Lgeht darauf, zu erklären, wie die menſchliche Seele zu einer Wahrheitserkenntniß üͤberhaupt gelangen könne. Sie vereinigt daher begründend das formale wie das materiale Prin⸗ cip der Erkenntnißtheorie. Es zeigt ſich in ihr wie in keiner anderen Lehre der platoniſchen Phi⸗ loſophie gerade die Eigenthümlichkeit des platoniſchen Denkens, das als ein inhärirendes Sein anzuſchauen, was das Reſultat einer Entwicklung iſt, oder als ſolches erſcheinen kann. Es gibt kein Lernen in dem Sinn von einem Aufnehmen einer neuen Erkenntniß in die Seele. Die Seele hat vielmehr den eigent⸗ lichen Erkenntnißinhalt in ſich und braucht ihn nur zum Bewußtſein zu bringen und zu entwickeln. Aber wie geſchieht dies? Wenn der Inhalt der Erkenntniß auch implieite in der Seele wäre, würde man ſagen können, aber in einem der Vergeßenheit gleichkommenden Schlummer befangen, wie ſollte die in dem ewigen ruheloſen Werden begriffene Erſcheinungswelt im Stande ſein, ihn wieder aufzuwecken und lebenskräftig zu machen? Die Antwort liegt in dem freilich zunächſt in anderer Beziehung ausgeſprochenen Satze 249 B. det„dο eνσοιππονν ννιέεναά εν ε!do 1e„⁶νμμενονν ειτ τιονι‿νν 1ν αd ϑυeάν eis d„ 10νιόό66 ονυαιοeμνον. Dieſer Satz ſchließt die beiden logiſchen Denkgeſetze in ſich, wie ſie ſpäter in dem dialektiſchen Theil unſeres Dialoges erörtert werden. Vergl. darüber meine o. a. Abh. in d. Zeitſchr. f. Altw., 1854, Heſt 1. Die Seele hat alſo in ſich nicht allein den vollen Erkenntnißinhalt, ſondern auch die formale Kraft ihn zu entwickeln. Wie das Verhältniß beider zu einander ſich geſtaltet, läßt ſich am beſten aus dem Phädon erkennen. Für mich iſt hier nicht der Platz, es ins Einzelne zu verfolgen; es bleibt einer ſpäteren Arbeit vorbehalten; genug, wenn man als Reſultat der mythiſchen Lehre anerkennt, daß für eine ſich entwickelnde Intelligenz, die ganze Erkenntniß als ein Seiendes im Weſen der Seele firirt wird, ſo feſt und werdelos im Subjekte, wie es das objektive Sein der Ideen in der transſcendenten Welt nur ſein kann. Darum iſt die Lehre von der Wiedererinnerung eine der wichtigſten Stützen der platoniſchen Dialektik, die freilich erſt allmälig ihre volle Werthung erhielt. Sie iſt, wie die Präeriſtenz⸗ lehre, ein Poſtulat von vornherein und darf darum auch nicht verflüchtigt werden in die Thatſache der Ideenaſſociation, die, eine Erfahrungsthatſache, ihr nur ſelber als ſtützendes Beweismittel dienen ſoll. Auch darin ſtimme ich mit Suſemihl gegen meine frühere zu weitgreifende Anſicht überein.
Nun entſtand aber die Frage, wie kommt der Inhalt und wie kommen die formalen Denkgeſetze in die Seele, ſind ſie ſelbſt entſtanden, oder ſind ſie als ewig in der Seele zu betrachten, unentſtanden wie ſie ſelber. Dieſe Frage liegt uns noch vor, nur in dem Sinne, wie muß das Plato aufgefaßt haben? Unſer Mythos ſtellt ſie als entſtanden dar, indem er ſie ja ausdrücklich von dem bei dem Umzug der Seelen im Gefolge der Götter allein möglichen Schauen der Ideen herleitet. Allein, darf man fragen, ſtimmt das vollkommen mit den übrigen Angaben Platos über das Weſen der Seele, insbeſondere mit der Präeriſtenzlehre? Wenn wir aus der Bedeutung des Mythes die Dreitheilung der Seele gegen die buchſtäbliche Auffaßung der Sache für den Präeriſtenzzuſtand nicht anerkennen konnten, ſo wird auch jetzt dieſes Werden des Seeleninhalts als eine Zugabe der mythiſchen Form— nach der Seite hiſtoriſcher Entfaltung des Zuſammenhangs— gefaßt werden müßen. Nur mit der hypoſtaſirten Dreitheilung der Seele verträgt ſich die Darſtellung des Umzugs ſchon nach der Form, in der ſie ſtattfindet und in der die einzelnen Thatſachen, insbeſondere der Uebergang der Seelen in das Erdenleben daraus gefolgert werden können. Wenn aber die Seele von Ewigkeit her ein und dieſelbe iſt, und ihr ganzes Weſen im Prä⸗ eriſtenzzuſtande in der ⁴eαοαα qaufgeht, wenn endlich die Befiederung derſelben eine wahrhafte Bedeutung haben ſoll, ſo läßt ſich nicht begreifen, wie ſie nur nach großen zwiſchengeſchobenen Zeiträumen, alſo auch
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