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Haupttheils des ganzen Dialoges, wie des zweiten Theiles des Mythos ſelbſt enthalten war. Was daher in dem Sein der Seele ſelbſt zeitlich geſchieden werden muß, ſieht die mythiſche Anſchauung in Einem und ſetzt alſo die Theileder Seele als immanent dem Weſen der Seele in den Präerxriſtenz⸗ zuſtand mit hinein. Die Schranke der Zeitlichkeit iſt damit überſprungen und wenn nun damit zugleich ein Mittel gewonnen wird, den Uebergang aus dem Präeriſtenzzuſtande in die Leiblichkeit aus der Gegenwirkung der drei Kräfte abzuleiten, ſo fällt das keineswegs mit einer inneren begrifflichen Nothwendigkeit zuſammen, ſondern iſt nur das Eigenthümliche der mythiſchen Form. Man wird gewiß einem Irrthum verfallen, wenn man zu der ausweichenden Erklärung greift, Plato habe in jenem Punkte ſeine Anſicht ſpäter be⸗ richtigt und auf dem Standpunkt des Phädrus in der That noch die Dreitheilung der Seele für den Präeriſtenzzuſtand angenommen, ſpäter aber aufgegeben. Der Zuſammenhang der ei mit dem Leiblichen tritt bereits ſo ſtark hervor, daß mit der dualiſtiſchen Anſchauung Platos, mit der ſcharfen Trennung von Seeliſchem und Leiblichem jene Annahme ganz unvereinbar würde. Denn im Phädrus ſelbſt tritt das Bewußtſein von der primitiven Unterſchiedenheit der Seele und des Leibes— gleich im Anfang 230 A. und ſpäter 270 ſo klar hervor, daß ein innerer Zwieſpalt der Anſchauung Platos auf dem Standpunkt des Phädrus bei jener Annahme gewiß wäre. Das wahre Sachverhältniß deutet Plato ſelbſt an, wenn er 246 B. den Unterſchied des S00 ro und d.ϑαιματo oder wenn man will den Widerſpruch in dieſen Begriffen kurz berührt. Der Gedanke braucht nur verfolgt zu werden und man wird in jenem Punkte zum ſicheren Ergebniß gelangen. Man muß daher feſthalten, daß es in unſerem Mythus durchaus darauf ankam, ein und dasſelbe Seelenweſen, und zwar eben das Seelenweſen der irdiſchen Erfahrung, das aber nach allen ſeinen Seiten zur Anſchauung zu bringen. Der Präerxiſtenzzu⸗ ſtand muß aus anderen Gründen mit herangezogen werden. Die Art des Uebergangs aus dieſem in den irdiſchen Zuſtand war gleichgültig; er wird auch nirgends mehr von einer anderen Seite aufgefaßt; daher iſt es gerade das Charakteriſtiſche der mythiſchen Darſtellung, daß ſie gewordene Zuſtände als dem Dinge inhärirend, in ſein Weſen hineinverſetzen kann und das erforderte an unſerer Stelle zumeiſt die einheit⸗ liche Anſchauung. Jede dialektiſche Betrachtung des Seelenweſens mußte dagegen das Seiende und das Gewordene an dem Dinge begrifflich ſcheiden und trennen, was der Mythos zuſammenband.
Nunmehr war unter den Seelen ſelbſt ein Unterſchied zu begründen zwiſchen denen, die in dem ſeligen Zuſtande ewig verbleiben und denjenigen, welche in die Leiblichkeit eingehen und darum ſterblich genannt werden. Sterblich und unſterblich; dieſe Begriffe läßt Plato nur gelten für ein 5000„ d. h. die Seele im Vereine mit dem Leibe. Der Uebergang in die Leiblichkeit kann nicht als zufälliger betrachtet werden, ſein Grund muß vielmehr auch in der Natur der Seele geſucht werden; oder wie es die Form des Mythos erfordert, es muß mit der Natur der Seele zugleich ihre Beziehung auf das Leibliche als nothwendig ge⸗ ſetzt werden. Darum heißt es ααα mυ1Ovυm] ντς εeσαινμεᷣxεετα oν Aνν⁴eοω eᷣ x. 1. Ihr vollkommner und reiner Zuſtand wird als der befiederte bezeichnet. Der Uebergang in die Leiblichkeit geſchieht durch den Verluſt der Befiederung. Was dieſe Bilder bezeichnen, habe ich hier nicht mehr nöthig im Einzelnen hervorzuheben. Hier mag es genügen auf das Mythiſche daran hinzuweiſen. Es ſtehen ſich zwei Zuſtände einander gegenüber, der irdiſche, in welchem die Seele an den Körper geheftet iſt und der reine prä⸗ eriſtenzielle. Beide müßen vermittelt und der Unterſchied begründet werden. Eine Anſchauung thut dem Genüge. Die Anſchauung iſt immer, auch wenn ſie intuitiver Natur i*ſt, ſinnlicher Art und verlangt ſinn⸗ liche Gegenbilder. Darum ſieht Plato die beiden Zuſtände in einem Gegenſatz der Oertlichkeit, dem Oben und Unten. Das Oben iſt das Aetheriſche, in dem ein freies Schweben, die innere geiſtige Thätigkeit,


