Aufsatz 
Über platonische Mythen, insbesondere den Mythos im platonischen Phädrus / von ... Deuschle
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Kal zcer eze⁶*νε 16 ν% 16ν0,)X⁴eασmεε, 2 d10,978 2Grt, ö du εlοεννιἀας ϑα‿ραἀ‿ εeεωιν, r1 2. 1. J. Aehnlicher Beiſpiele werden ſich genug finden. In unſerer Stelle kommt begreiflicherweiſe derart nichts vor, und doch könnten die Poſtulate, welche der zweite Haupttheil des Phädrus für dialektiſche Entwick⸗ lung verlangt, geſtützt auf die logiſchen Denkgeſetze, eine andere Ausbreitung erwarten laßen. Nun kann natürlich auch der Grund des Mythus nicht in dem Inhalt dieſes Theiles geſucht werden; der liegt erſt in dem Folgenden, wohl aber mag er uns zeigen, wie das wahrbaft Seiende, wenn die Darſtellung ſeines Weſens zur Grundlage innerhalb eines Mythus gemacht wird, auch eine veränderte Form der Dar⸗ ſtellung annimmt, d. i. eben die dogmatiſche, weil dieſe der allgemeinen Bedeutung des Mythos am nächſten kommt. Denn indem ſie die Begriffe unmittelbar in ihrer Zuſammengehörigkeit firirt, wird an die Stelle der Gedankenentwicklung gleich die ontiſche Anſchauung ſelbſt geſetzt, in welche genetiſche Ent⸗ wicklung umzuwandeln auch der Zweck alles Mythus iſt. Eine genauere Analyſe des Inhalts und der leitenden Begriffe, die darin verwandt ſind, dürfte noch zu manchen nicht unnöthigen, erläuternden Be⸗ merkungen Anlaß geben; doch muß ich ſie für eine andere Gelegenheit verſparen. Folgen wir vielmehr Plato zu dem zweiten Theile innerhalb der Darſtellung des Seelenweſens von ſeiner inneren Seite.

Er geht von der gewonnenen Anſchauung(7068, wie es ausdrücklich heißt) über zur Darſtellung der inneren Geſtaltung der Seele, p. 246 A. D. Begriffe, die dialektiſch erörtert werden, haben keine andere innere Geſtaltung, als daß ſie untergeordnete Reihen von Begriffen in ſich befaßen, ſofern ſie eben allgemeiner Natur ſind. Da iſt natürlich die dialektiſche Behandlung auch in der Darſtellung der inneren Geſtaltung derſelben in keiner Weiſe geſtört. Denn ſie fällt zuſammen mit dem Begriffsumfang. Wenn aber Dinge der Erſcheinung eine innere Geſtaltung haben, ſo iſt die Darſtellung derſelben eine ſchwierige Aufgabe für die platoniſche Denkweiſe. An dem Eingange zu dieſer Stelle iſt es daher auch, wo Plato ausdrücklich erklärt, ſich von der eigentlich dialektiſchen Darſtellung abzuwenden: ανrn d‿rres Selcs eIyt* ενάιαεαν duππmmα‿όνππα, Oνι eυοοοπνπνε zs zc ildrrovos, um den Weg einzuſchlagen, der gerade nothwendigen Geſichtspunkten zuführen mag. Hier ſtellt er daher im Gleichniß die Dreitheilung der Seele feſt. Nicht darin liegt nun das eigentlich Mythiſche, daß an die Stelle des eigentlichen Aus⸗ drucks das Bild tritt, denn das iſt in ſeiner Bedentung für den ſchärfer Blickenden von Anfang an durchſichtig genug; ſondern darin liegt es, daß er dieſe Dreitheilung, die erſt das Reſultat der Entwick⸗ lung, ſpeziell des Uebergangs der Seele in den irdiſchen Zuſtand iſt, in den präeriſtenziellen hineinver⸗ ſetzt, ja die Sache ſo weit umkehrt, daß der Uebergang in das irdiſche Leben eine Folge aus jener ge⸗ ſetzten Dreitheilung zu werden ſcheint. Zeller, Geſch. der gr. Ph., Il., S. 263. findet den Grund jener Erſcheinung lediglich darin, daß ſonſt nichts da wäre, was die Seele zum Abfall verleite. Es mag das eine gewiſſe Wahrheit haben, aber es bedarf jedenfalls noch einer Ergänzung. Denn da ſänmtliche Stellen anderer Dialoge über die Theile der Seele darin übereinſtimmen, daß die niederen Theile erſt entſtehen, wenn die Seele in die Leiblichkeit eingeht und daher im Gegenſatz zu dem höchſten Theile, dem oũg auch ſterblich genannt werden, ſo fällt natürlich auch die Nothwendigkeit des Abfalls weg, ſobald man einen nur fingirten Grund unterſchiebt und man geräth damit in einen neuen Widerſpruch. Die Sache lag ſo. Plato bedurfte eines Nachweiſes, oder einer Anerkennung der empiriſchen Thatſache von dem Vorhandenſein der einander entgegenwirkenden und individuelle Unterſchiede begründenden Seelenkräfte. Das Entſtehen dieſer einzelnen Beſtandtheile war gleichgultig und konnte im Mythos keine Berückſichtigung finden; brauchte es auch nicht. Denn hier kam es lediglich darauf an, das Weſen der Seele, und das iſt das empiriſch wahrnehmbare, ſo zu beſtimmen, daß in ihm die Erklärung der Poſtulate des zweiten