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unten nach oben, ſondern gerade umgekehrt von oben nach unten. Daher vermißt man auch jenes dra⸗ matiſche Element, das der eigentlichen Dialektik ſtets zukommt, wornach Begriff dem Begriff gegenübertritt, und beide nach ihrer eigenthümlichen Stärke gegen einander wirken. Ohne weiteres reihen ſich vielmehr an den Begriff der àœα'ik die der ziryoee und*αα, dann der dονσ und„εμνεκασις mit ihren Varia⸗ tionen und Gegenſätzen und endlich der Gαeααα ⁸νιυινννα und Aνα. Für den Dialektiker bleiben die ſchwierigſten Fragen ungelöſt, weil ſie alle gebunden ſind in eine einzige Anſchauung von der Sache. Was iſt doν? inwiefern iſt das a νκινοον eine do*ν, wie verhält ſich 2lp„ois zur„⁶νεαις, ³αmσmνα zu uor und welche Scheidungen ſind innerhalb der oꝛy ſelbſt zu vollziehen? Alle dieſe Schwierig⸗ keiten bleiben unberückſichtigt, es wird lediglich das Weſen der Seele in Einem firirt. Und dieſe Seele iſt ganz allgemein und abſtrakt genommen z„uri aok. Wie 245 E. beweiſt, muß man dabei nicht blos die individuelle Seele, ſondern auch die allgemeine Weltſeele im Auge haben. Das Verhältniß beider zu einander bleibt ganz unbeſtimmt. Da aber alle Seele ungeworden iſt, ſo darf man wohl, wie Rep. und Tim. beweiſen, Inhärenz der individuellen Seele in der allgemeinen, nicht aber eine Emanation aus der⸗ ſelben annehmen. Emanation iſt überhaupt ein unplatoniſcher Begriff, weil er der ontiſchen Anſchauung widerſpricht, die es lediglich mit Inhärenzen zu thun hat.— Wenn nun Kriſche, p. 48, behauptet, „was Platon über Begriff und Weſen der Seele vorträgt, wird nicht mythiſch, ſondern in der reinen Form dialektiſcher Beweisführung dargelegt“, ſo kann ich ihm darin nicht beiſtimmen. Denn das Logiſche iſt an ſich noch nicht gleichbedeutend mit dem Dialektiſchen in Platos Sinne. Allerdings iſt der Inhalt dieſer Stelle ebenwohl geeignet, Gegenſtand reiner dialektiſcher Behandlung zu werden. Zeuge dafür iſt ja der Phädon. Aber ein Blick in dieſen kann auch den Unterſchied auf der Stelle offenbaren. Wäh⸗ rend dort das Begriffliche frei und unabhängig von aller Nebenruͤckſicht ſich entfaltet, ordnet es ſich hier dem Mythiſchen unter. Und man kann auch nicht damit ausweichen, daß man die Form dieſer Stelle damit gerechtfertigt glaube, daß man nur eine Definition in ihr erblickt. Denn die Definition ſoll ſelbſt erſt dialektiſch gewonnen werden und kann innerhalb dialektiſcher Darſtellungsform nur indirekt der Aus⸗ gangspunkt, eigentlich aber nur das Reſultat ſein. Und dann kann ſich dieſelbe nicht durch eine Reihe von Begriffen hindurchwinden, deren gegenſeitiges Verhältniß ſelbſt der Stützen bedarf. Freilich kommt es auch in rein dialektiſcher Entwicklung vor, daß beſtimmte begriffliche Verhältniſſe als bekannt voraus⸗ geſetzt werden müßen, aber alsdann fehlt es auch nie an einer eigenthümlichen Form des Ueberganges über ſolche Punkte. Man hat auf dieſen Umſtand noch viel zu wenig Rückſicht genommen, und doch iſt es, weil jeder Dialog Platos ein in ſich abgeſchloßenes Ganze bildet, keine blos äußere Frage der Tech⸗ nik, wie er es gemacht habe, um in dem einzelnen Dialoge, nöthige Vorausſetzungen für die Beantwortung vorliegender Fragen zu wiederholen. Die Umgebung des Sokrates kann im Großen und Ganzen als eine bleibende gedacht werden. Natürlich darf ſich nun auch Plato der Vortheile bedienen, die ein ſolches Verhältniß mit ſich bringt, für ſeine eigenen Lehren, die er dem Sokrates in den Mund legt. Es greift daher jeder Dialog hinein in dieſes geiſtige Treiben und macht eine beſtimmte Lehre zum Objekt der Unter⸗ haltung; aber dieſe darf ſich innerhalb gewiſſer Grenzen auf frühere Geſpräche beziehen und das Reſultat derſelben als ein einmal feſtſtehendes betrachten, an das man nur zu erinnern braucht, wenn es die Grundlage einer weiteren Entwicklung werden ſoll. Die Erinnerung jedoch darf nicht fehlen, nur der Erweis wird geſpart. So geſchieht es z. B. im Phädon, p. 100 B. mit der Ideenlehre, indem es heißt eluα πμἀανν επιν εενα τἀ τννννρσαμννα εαά dονGdmnν gxεευν, urroνϑιμεμνν κ.τ. 1. und mit der Wiedererinnerungslehre p. 72 E., auf die Plato den Kebes von ſelbſt kommen und erinnern läßt:


