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die ucla bindet in einer Anſchauung das Menſchliche und Göttliche zuſammen. An der Stelle der Ent⸗ wicklung des menſchlichen Denkens und menſchlicher Kraft erſcheint die fertige Anſchauung von der gott⸗ gegebenen Weisheit. Man kann füglich den Begriff der axiα mit der Darſtellung des Eros in dem Sympoſium zuſammenſtellen als eines Dämonen, der Macht hat, in den einzelnen Seelen zu herrſchen und ſie zu leiten nach ſeinem Willen. Der Zuſammenhang des Menſchlichen und Göttlichen wird in dem Begriff des Dämoniſchen, der Manie, gleich als Thatſache erfaßt; damit iſt der Sprung uͤber die Kluft zwiſchen beiden ſchon gethan. Bedenkt man dazu, wie in der inneren Anſchauung feſtgehalten wird, was eine nüchterne Kritik des natürlichen Verſtandes auseinander reißen würde— und gerade aus den unter⸗ miſchten ironiſchen Zügen ergibt ſich, daß es mit Bewußtſein geſchieht— ſo wird auch der Gegenſatz klar, in welchem nun einmal Plato zu allem Rationalismus tritt. Ja er wählt ſich gerade zur Grundlage für ſeine ideale Weltanſchauung einen Begriff, der dieſem am meiſten Anſtoß erregen mußte. Wenn daher die drei Arten der anerkannten Manie, weil ſie Vorſtufen ſind, mit ſokratiſcher Ironie hingeſtellt werden, ſo darf man daraus keinen Schluß für die Auffaßung des Weſentlichen in dieſem Begriffe ziehen. Der ur⸗ ſprüngliche Zuſammenhang zwiſchen Menſchlichem und Göttlichem bleibt als eine Thatſache ſtehen, trotz aller möglichen Anfechtung. Doch von uns muß zunächſt das feſtgehalten werden, daß mittelſt des Be⸗ griffes ucrlc an die Stelle einer Entwicklung der Seele zu dem höchſten idealſten Streben und ſeiner Verwirklichung in der Philoſophie eine Form untergeſchoben wird, welche ein eigentliches Eingehen in die Entwicklung abſchneidet und nur die Anſchauung der Thatſache als einer gegebenen bewerkſtelligt. Das iſt das eigentlich Mythiſche in dieſem Eingang.
Die ganze Maſſe des an dieſen Eingang anſchließenden Mythus läßt ſich füglich in zwei Haupt⸗ theile ſcheiden, die wieder unter ſich in demſelben Verhältniß ſtehen wie der zweite Abſchnitt des ganzen Dialoges zu den erſten. Der erſte Haupttheil des Mythus p. 245 C.— 249 D. betrachtet die Seele nach ihrem inneren Weſen und den in ihr eingeſchloßenen Kräften; der zweite dagegen macht den Eros, wie Plato ſagt, zum Gegenſtand, oder wie wir ſagen dürfen, er bringt die Seele zuſammen mit den Ob⸗ jekten der Außenwelt und zeigt die Eindrücke auf, die ſie in der Seele machen und die Wirkſamkeit, welche dieſer ſelbſt, anderen gegenüber zu Theil wird. Jener Theil iſt allgemeiner, dieſer ſpezieller Art, jener begründet, dieſer folgert. Man darf in der That den überleitenden Satz p. 245 C. deĩ οdν τπο rov vruxije guαeo πιςσι ϑεiν ε ²α ‿eοοσπνα 106α mησἀ⁴ νιeρ νεᷣ α εᷣορνό ανε*οασαe£ als das Thema für den ganzen Mythus betrachten, nur daß es ſich nach zwei verſchiedenen Seiten aus⸗ einanderlegt. Seinen nächſten Bezug hat der Satz freilich nur zu der unmittelbar angereihten Erörterung über das allgemeine Weſen der Seele. Dieſes wird in wenigen aber ſcharfen Zügen hingezeichnet, p. 245 C.— 246 A. Sahen wir in dem Eingang ein Moment mythiſcher Behandlung darin, daß ein Begriff für eine ganze Reihe verwickelter Verhältniſſe hingeſtellt wurde, als ſei er die Erklärung derſelben, während es nur galt, die Thatſache als ſolche veranſchaulicht zur Geltung zu bringen, ſo zeigt uns dieſer Theil, der als Grundlage für die folgende pſychologiſche Deduktion eigentlich ein neuer, ſachlicher Eingang iſt, ein neues Moment mythiſcher Behandlung in der dogmatiſchen Firirung der Grundanſchauung Platos vom Weſen der Seele. Freilich iſt auch in dieſem Theile begriffliche Entwicklung; aber es iſt keine dialektiſche Entwicklung in platoniſchem Sinne. Denn ihr fehlt die Form der Begründung gärzlich, die nach platoniſcher Weiſe auszugehen hätte von beſtimmten Thatſachen und Erfahrungen, um darin die nothwendige Geltung beſtimmter Begriffe nachzuweiſen, ſondern die mit einander verknüpften Begriffe, welche alle ſelbſt Probleme ſind, werden nur an einem Faden aufgereiht und der Bau beginnt nicht von
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