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wie er füͤr die folgende wiederum begriffliche Crörterung zur Grundlage werden konnte. Die vorlaufende Erörterung hält ſich nämlich ſo ſehr im Allgemeinen, daß weder die beſtimmten Arten der Liebe konnten ausgeſondert, noch viel weniger der Grund ihrer Entſtehung begriffen werden. Es iſt aber der Eros der Trieb in der menſchlichen Seele, das Schöne und Gute erkennend zu erfaßen und fortzupflanzen in Anderen. Das Theoretiſche und Praktiſche ſteht auch hier in innerer Verbindung. Ein ſolcher Trieb iſt individueller Art in jedem Subjekte. Daher iſt er etwas Subjektives, das einer Ergänzung bedarf durch ein Objekt als ſeinen Inhalt und ſein Ziel. So muß ein Subjektives mit einem Objektiven in innerer Verbindung oder Verwandtſchaft ſtehen— eine gleichſam vorgebildete Harmonie. Der Trieb, der erfaßen will und zugleich produktiv ſein ſoll, bedarf einer inneren Fähigkeit, einer Seeleneigenſchaft, die ihm die Verwirklichung möglich macht und weil er individueller Art iſt, iſt er zugleich verſchieden in ſich nach der individuellen Beſchaffenheit der Seele, hat verſchiedene Stadien nach demſelben Ziele zu durchlaufen und verſchiedene Ziele für verſchiedene Klaſſen der Seelen. Alle dieſe Momente ſind an ein⸗ ander geknüpft und bedürften zu ihrer Entwicklung einer gar weitläufigen Erörterung, die begrifflich— ſelbſt nach dem Standpunkt einer anderen Philoſophie— nur auf dem Weg von unten nach oben durch⸗ geführt werden könnte. Das wäre ein gar mühſamer Weg und machte ein Eingreifen in die ganze Phi⸗ loſophie nothwendig; ſtatt deßen wählt Plato einen weit kürzeren, der zu demſelben Ziele führt. Ein einziger Mythos bindet jene Momente ſämmtlich in einander und verſchlingt ſie einſtweilen ſo feſt für die Anſchauung des Hörers, daß nunmehr die begriffliche Crörterung alles darin in einer genetiſchen Succeſſion, an dem Bande perſönlicher Verwandtſchaft und Eigenthümlichkeit Aufgereihte, nur zu analyſiren braucht und es kann ſich in jedem einzelnen Punkte der Hörer orientiren an der einſtweilen der Phantaſie feſt eingeprägten Anſchauung. Daran tritt die innere Zuſammengehörigkeit der Begriffe, die Folge der einen aus den anderen, die Schlußnothwendigkeit aus gegebenen Prämiſſen von ſelbſt ſcharf charakteriſirt hervor. Man betrachte den Inhalt des kurzen Mythos, ob er die angedeuteten Forderungen wirklich erfülle. Eros iſt der Sohn der Penia und des Poros. Jene iſt die Bedürftigkeit, dieſen hat man früher als den Ueber⸗ fluß und Reichthum, Suſemihl neuerdings als die Erwerbsfähigkeit beſtimmt. Jener Begriff wäre in der That theils zu weit, theils zu eng, dieſer bedarf noch einer Ergänzung. Da der Eros zugleich darauf ausgeht, zu erzeugen(206 E. ö,9 Gν τ τκοονν⁴ τε„α—νι⁶ι GπmQ̈☛άμνα ντιι πηου* m1πmeτονας εοvε 71601 26„ν τ αμεν⁴α ⁴dεmνποο Cεν 10ν Ʒι½ο ισ, ſo ſetzt er einen Inhalt der Seele voraus. Das iſt, wie der Phädros ſelbſt lehren kann, überhaupt platoniſche Anſicht, daß auch die Fähigkeit der Seele das Ideale zu erfaßen, auf einem ihr inhärirenden idealen, wenn auch noch im Unbewußtſein ſchlum⸗ mernden Inhalt beruhen muß. Daher vertritt der Poros zunächſt dieſen mitgebrachten Inhalt und daraus geht die Erwerbsfähigkeit, als identiſch mit ihm hervor; denn die produktive Thätigkeit der Seele mehrt und erhöht zugleich ihren eigenen Inhalt. Der Eros kann demnach nur ſein in einer Seele, die das Bedürfniß fühlt, ſich Inhalt zu ſchaffen und dieſem Bedürfniß muß die Kraft entſprechen, die Kraft beruht aber darauf, daß ſie den Inhalt ſchon implicite hat. Wann entſteht nun dieſer Trieb in der Seele? Eros wird erzeugt an dem Tage, da Aphrodite geboren wird, d. h. ſobald das Schöne oder Gute, wenn auch noch in kleiner Geſtalt, der Seele entgegentritt, da muß der Trieb nach ſeinem Beſitz erwachen. Und wie iſt der Trieb in der Seele ſelbſt beſchaffen? Das ergeben die mannigfaltigen Eigenſchaften des Cros, die er von Vater und Mutter empfangen hat, und welche nun die verſchiedenſten, individuellen Seelen⸗ zuſtände vertreten.


