Aufsatz 
Über platonische Mythen, insbesondere den Mythos im platonischen Phädrus / von ... Deuschle
Entstehung
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die, wie ſie einerſeits im Sein real iſt, ſo andererſeits in der Dialektik des Denkens logiſch wieder er⸗ ſcheinen muß. An die Stelle der Betrachtung der Dinge, wie ſie die Erſcheinungswelt bietet, durch die Sinne, tritt daher eine geiſtige Betrachtung nach innerer Nothwendigkeit im 104½6f. 2908s d* zoiα ei zoς dyous edrauydr εν ενεᷣνος αeoεεν νν dνρεαρν 1- αειαανν. Daran ſchließt ſich 100 A. eine allgemeine Beſtimmung über die Art der logiſchen Unterſuchung; aber damit bricht gewiſſermaßen eine Lücke in den Zuſammenhang der Entwicklung herein und das konnte auch wohl nicht anders kommen. Vielleicht möchte man das Ueberſpringen auf die Ideenlehre(100 B.) damit er⸗ klärt glauben, daß doch der eigentliche Zweck der Unterſuchung darauf hinausgehe, die Unſterblichkeit der Seele zu beweiſen und bereits die vorangegangene Darſtellung zu weit von dieſem ab in allgemeinere Fragen ſich zu verlieren drohte. Doch liegt der Grund tiefer und der Zuſammenhang iſt zwar mit Noth⸗ wendigkeit äußerlich abgebrochen; aber er erxiſtirt doch in der Seele Platos als ein ununterbrochener fort, weil nur die Grenze überſprungen wird, die ſein Denken überwältigte, indem es ſich über ſie ſtellte. Aus dem anaragoräiſchen Satz war nur eine Seite entwickelt worden und zwar die formale der Methode, wornach das Denken metaphyſiſchen Fragen gegenüber ſich auf ſich ſelber ſtellen und ſeinen eigenen Ge⸗ ſetzen folgen müße. Allein Plato fand in ihm auch ein Geſetz des Inhalts, das ihm eng verwachſen war mit dialektiſcher Behandlung überhaupt, ja ſo verwachſen war mit ſeiner ganzen Anſchauungsweiſe, daß es als innerſte Grundlage und individuelle Richtung derſelben ſich zwar negativ begruͤnden, nicht aber ableiten ließ aus irgend anderen Grundſätzen. Dieſe Grundanſchauung Platos gieng darauf hinaus, das Sein und nur das Sein zu erfaßen und darum als Seiendes nur das zu erkennen, was keine Beſtimmung an ſich trüge, die nicht in dem des Seins enthalten ſein könnte, alſo keine die irgendwie den Begriff des Seins alterirte. Mit dem Bedürfniß, dies zu ſuchen, verband ſich die innere Gewißheit, daß dem Bedürfniß eine Wahrheit und Wirklichkeit entſprechen müße. Es brauchte ſich nur zu entwickeln nach den feſtbeſtimmten Geſetzen des Denkens, ſo mußte innerlich das wahre Sein und Seiende erfaßt und angeſchaut werden können, mit einem Wort, das Denken brauchte nur ſetzend, hypothetiſch, zu verfahren, ſo mußte ihm werden, was es ſuchte. Darin ſpricht ſich die erzeugende Macht des Geiſtes aus, daß ein inneres Verlangen entſteht, wo eine individuelle Grundanſchauung treibt, ſich Geltung zu verſchaffen, allen ſtörenden Einwänden der äußeren Umgebung, wie den hergebrachten Meinungen der Menſchen zum Trotz. Das Vertrauen auf die Wahrheit des individuellen Bedürfniſſes läßt die Seele unbeirrt dem ihr vor⸗ ſchwebenden Ziele zuſtreben, bis ſie es ganz ergriffen hat. So wird die Ideenlehre eine Nothwendigkeit für Plato, aber mehr, als eine Hypotheſe, nothwendig nur für ſeine individuelle Denkrichtung war ſie darum doch nicht. Von allen Sätzen der platoniſchen Philoſophie, die Gemeingut verſchiedener Syſteme werden konnten, war es doch immer ein Sprung zu dieſer individuellen Anſchauung, wie es immer ein Sprung bleibt vom Allgemeinen zum Individuellen, da dieſes nie aus jenem kann begriffen werden. So wahr alſo auch der innere Vorgang in Platos Seele in unſerer Stelle gezeichnet iſt für den, der das Verſtändniß des Individuellen mit hinzubringt, ſo wenig läßt ſich der Fortgang vom formalen Geſetz zu dem Inhaltsgeſetz aufzeigen; denn in Wahrheit iſt jenes das Allgemeine, dies das Individuelle und das letztere iſt die treibende Kraft, die das Bedürfniß fühlte, ſich jenes in vollem Maaße zu bemächtigen, um ſelbſt zu ſeinem Rechte zu kommen. Daher bezeichnet denn auch Plato an unſerer Stelle, wie auch ſonſt wohl, die Annahme der Ideen als ein ‿τοαεινεισασ(dmπιοέιενοο stval eo νααντατ ναά ααπ 100 B.) Darin liegt das Gefühl, daß ſie nicht die unmittelbare Konſequenz des Vorangehenden ſei, und doch gibt gerade dieſes den Weg an, wie dieſe Annahme ſich zur Ueberzeugung erheben und als wahr erweiſen laße