Aufsatz 
Die Metapher in den Dramen Victor Hugos : 2. Teil / von Ernst Degenhardt
Entstehung
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Une erreur te fascine... Le mal, cet arhbre triste, a l'erreur pour racine... Ton erreur peut jeter... de mauvais rayons.

Als Torquemada seinen Irrtum nicht widerrufen will, äuſsert sich der Zorn des Bischofs in sich steigernden kräftigen Metaphern, wie ver de terre, vipère, chien. Ganz sanft, wie Euphemismen, klingen dagegen wieder die Bilder, die er verwendet, als man den Widersetz- lichen lebendig begräbt:On va clore à jamais le rideau Entre le jour et toi... Tu vas t'cteindre ici sans air comme un flambeau. Erwähnung verdient noch der bildliche Ge- brauch von armer in den Worten:C'est de bonté qu'il veut armer la vérité.(cf. dazu nuit, remede.)

Unter den nicht dem geistlichen Stande angehörigen Personen des Stücks spielt der König, Ferdinand der Katholische, die gröſste Rolle; auch bei ihm finden sich Metaphern in groſser Zahl. Das Machtbewuſstsein des Königs prägt sich in bezeichnenden Bildern aus. Seinen Thron betrachtet er als faure et tragique sommet. Für die im Staunbe kriechende Menschheit sind er('homme de marhre) und die Königin(la femme de bronze) ein idole. Wenn er die Karte seines Reiches betrachtet, so kann er stolz sagen:J'ai pour talon Girone et pour téte Alcala. Seinen Zorn nennt Ferdinand tempéete. Auch aus dem bildlichen Ge- brauch von plier, broyer, effacer, courber, briser, fouler auæ pieds, eraser spricht deutlich das Machtgefühl des Königs. Dem Gebiete des Kriegs entnommene Metaphern, wie erplosion, *sortie, lutter, stumulte, joug, Kklingen im Munde des Herrschers ganz natürlich und angemessen. Für seine Unterthanen hegt der König tiefe Verachtung, der selbst höher stehende Personen, wie der Marquis, sein Ratgeber, nicht entgehen. Die Wiege dieses Hofmanns nennt Ferdinand le nid du rcormoran, le trou du basilic. Nicht weniger verletzend müssen den Marquis folgende Bilder seines Königs berühren:

Tu te prendrais de bec avec tout un concile... Tes projets que, pensif, tu*dévides sans bruit, Sorte de fil flottant qui se perd dans la nuit, Tes talents, ton esprit, ta fortune, ta fange, Tout cela fait de toi quelque chose d'étrange.

Zu dieser Sprache stimmt auch der zornige Ausruf Ferdinands:Arrête ta dépense de mots! Wenn der König sogar Hochgestellte so verächtlich behandelt, so kann es nicht be- fremden, wenn er das Volk selbst mendiants nennt oder von den Juden wegwerfend alsun troupeau de mécréants spricht. An anderer Stelle bezeichnet der König die Israeliten als peuple raurifère, das von ihnen überreichte Gold alsproduit d'une*saignée aux juifs. So finden sich in dem Metaphernvokabular des Königs einige vornehmere Bilder neben vielen, die eine niedrige Anschauungsweise verraten. Mit den angeführten, oft in geradezu cynischer Weise gebrauchten Ausdrücken stehen zahlreiche, zumeist ganz grobe und derb volkstümliche Metaphern im Einklang, die erkennen lassen, wie der König von der Wildheit eines Raub- tiers beseelt ist. Voll rückhaltsloser Offenheit bekennt er:Je me rue ivre à travers le mal Et le bonheur, ayant pour but d'être animal... Regardant... mes convoitises croitre et mes ongles sortir. Dann bezeichnet er sich an verschiedenen Stellen als tigre, lion und loup. Der metaphorische Gebrauch von mordre, aroir sous la dent, ronger, dévorer, rugir,écumer de joie liefert weitere grelle Farben zu dem Gemälde, das der Dichter von diesem wüsten König entworfen hat. Anderen Anschauungsgebieten entstammen die ebenfalls für die Wildheit Ferdinands charakteristischen Metaphern:J'ai dans l'àme un orage et cent courants contraires.