Aufsatz 
Die Metapher in den Dramen Victor Hugos : 2. Teil / von Ernst Degenhardt
Entstehung
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Die Figur der Königin ist auch durch die von ihr gebrauchten Bilder scharf umrissen. Neben ihr erscheint die zweite weibliche Person des Stückes, Jane, viel farbloser. Jane ist als Waise von Gilbert, einem Arbeiter, erzogen. Sie ist die Tochter des hingerichteten Grafen Talbot, und ihre Erbschaftsansprüche spielen in dem Drama eine bedeutende Rolle. Meist ist Jane in ihren Bildern konventionell. Von einer plötzlich aufgetauchten Hoffnung spricht sie mit den Worten:C'est un rayon de soleil bien inattendu dans ma nuit. Dazu stimmt die Verwendung der Metaphern glacer, éblouir, tache, purifier, démon, ange. Nur hier belegt ist da- gegen der bildliche Gebrauch von*se soulerer und*se révolter und ebenso der von*résonner in den Worten:La proclamation qu'on a faite du haut de ce balcon, merésonne encore dans l'oreille. Als Gilbert ihr den Treubruch verziehen hat und sie zu seiner Gattin machen will, sagt Jane:Ta femme!... Ah! sois béni, Gilbert, de me mettre cette couronne sur le front. (cf. dazu: vie, réêve, pas, image.)

Der Goldschmied Gilbert ist von der hingebendsten Liebe zu Jane erfüllt, die unter seiner Obhut aufgewachsen ist. Diese Leidenschaft kennt keine Schranken. Selbst der Geliebten Treubruch ertötet sie nicht. In den Gefühlsausbrüchen Gilberts begegnen wir wohlbekannten Bildern. Jane ist für ihnla seule chose rawonnante, lis, trésor, ange. Nur einmal spricht er anders von ihr:Jane n'est plus la Jane sans fache qui avait mon*addoration. Zuweilen klingen vielgebrauchte Bilder bei ihm kraftvoller, wie z. B. in den Worten:... la jalousie et le désespoir ont brale les larmes dans mes yeux. Mit diesen verzweifelten Worten steht es im Einklang, wenn er unter Verwendung einer seltener gebrauchten Metapher sagt: ... depuis un mois, colle aux barreaux de mon cachot... je la(Jane) vois rôder sans cesse. Die Höflinge, diejeunes gentilsnommes dores, verachtet Gilbert und nennt sie loups, sich selbst bezeichnet er bescheiden alsun ouvrier gauche. Von dem Dolche, mit dem Fabiani den Juden ermordet hat, sagt Gilbert:... c'est égal, que tu sois tombé du ciel ou vomi par l'enfer, je te bénis. Auch er verwendet mehrere Metaphern aus dem Gebiete des Handels, z. B. marche, paienent, dette; ihm eigentümlich ist aus diesem Bereich das Bild:Comme il vous*déhite couramment toutes ces choses-, ce Joshua.

cf. dazu: fouler, écraser, broyer, mourir, s'égarer, mettre à la torture.

Fabiani, der Geliebte der Königin, der Liebhaber Janes, singt beiden Frauen dasselbe Liebeslied, spricht darin von ciel, feu und sagt:... Ton regard tincelle,... Sur ta bouche L'amour s'epanouit. Eine Stunde, die ihn von Maria trennt, nennt er heuchlerischun*siecle. Ein ihm von der Königin ausgestelltes Blankett bezeichnet er als*sauve-garde, den Juden als ma conscience habillce en Juif.

cf. dazu: chien, attendre à la porte, piege, écrire, démon, ange, diable, enfer.

Fabiani ist bei den Hofleuten und im Volke verhaßst. Dem giebt Lord Clinton deutlich Ausdruck in seinen Metaphern:Le favori est*gorgé, il mange de l'argent, il boit de l'or... pour vous, c'est le berger; pour nous, c'est le*boucher.(cf. dazu: peser, lit, reine.) Lord Chandos, Lord Montagu und Maitre Enéas sind ohne erwähnenswerte Metaphern.

Simon Renard, der Gesandte des Kaisers, der in diesem Drama den Intriganten-Typus vertritt(cf. pg. 13), verwendet einige originelle und charakteristische Bilder.Quand une femme regne, sagt er,le caprice regne. Alors la politique n'est plus chose de calcul, mais de hasard. Les affaires ne se jouent plus aux checs mais aux cartes. Das Herz der Frauen ist für ihnune enigme, dont le roi François Ier a écrit le mot sur les vitraux de Chambord: Souvent femme varie, Bien fol est qui s'y fie. Auch das Bildvotre Majesté... a été traquce de rue en rue verdient Erwähnung.