Aufsatz 
Die Metapher in den Dramen Victor Hugos : 2. Teil / von Ernst Degenhardt
Entstehung
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tirent. Die ganze furchtbare Ironie dieses Menschen äuſsert, sich auch in den auf die leichtsinnigen Venetianer bezüglichen Worten:Les jeunes gens sont ainsi faits. La gueule du loup est de toutes les choses sublunaires celle ouù ils se précipitent le plus volontiers. Später bezeichnet er sie mit den drastischen Metapherngrosses*oolailles, oison, stourneau. Ein Gesicht ohne Augen nennt Gubettaun palais sans fenétres, von Petrus spricht er. mit den Worten:Monsieur saint Pierre, honorable huissier et guichetier patenté du Paradis. Seine Denkweise verrät auch das folgende Bild:Dans la bouche d'une femme Non n'est que le frere ainé de Oui.

cf. dazu: soif, piquer la curiosité, colosse.

Rustighello, eins der Werkzeuge des Herzogs, sagt mit Bezug auf Gennaro:Je dirai tout bonnement au duc que j'ai trouvé l'oiseau déniche.

VI. Marie Tudor.

In diesem Drama behandelt Victor Hugo einen der berüchtigtsten Abschnitte englischer Geschichte, die Regierung Marias der Blutigen. Von der historischen Maria und den wahren Triebfedern ihres Handelns weiſs der Dichter allerdings wenig oder nichts; er will sie zeichnen alsune reine qui soit une femme. Grande comme reine. Vraie comme femme.(cf. Ein- leitung pg. VI.)

Von den zarten Seiten weiblichen Wesens ist bei Maria nichts zu finden: sie ist leiden- schaftlich in ihrer Liebe wie in ihrem Hafs. Wenn wir die von ihr gebrauchten Bilder näher betrachten, so erscheint uns die Königin interessanter im glühenden Zorne als in ihren weichen Momenten. Von den Augen ihres Günstlings Fabiani spricht sie in einer Regung der Eifer- sucht in ziemlich konventionellen Bildern:Oh! prendre des yeux célestes pour tromper, ce serait infernal. Ou tes yeux sont les yeux d'un ange, ou ils sont ceux d'un demon. Als sie erkannt hat, daſs Fabiani sie wirklich hintergeht, nennt sie ihnpalet menteur, ver und serpent. Dann schwelgt sie geradezu in ihrem Haſs gegen den betrügerischen Geliebten:La haine contre Fabiani, elle est fiere, radieuse,... elle est armée et*vietorieuse... elle möôche à la fois des cris de mort et des cris de joie. Schlieſslich macht sie in ihrem Schwanken zwischen Haßs und Liebe gegen Fabiani London und seine Bevölkerung für den Tod des gestürzten Günstlings verantwortlich und ruft aus:Il lui faut jeter un homme. La populace veut à manger. Als sie vom Tower die erleuchteten Fenster von London erblickt, sagt Maria unter Verwendung von ausdrucksvollen und zum Teil originellen Bildern:Oh! ville

infaàme!... ville monstrueuse qui trempe sa robe de fte dans le sang et qui tient la*torche au bourreau!... elle nous regarde avec ses cent mille prunelles flamboyantes... Mais rions donc... de cet exécrable peuple qui boit du sang! Bemerkenswert ist es, daſs die Königin

verhältnismäſsig viele Metaphern aus dem Gebiete des Handels und Geldverkehrs verwendet, wie vendre, payer, compte,*dépens, métier. Iiberhaupt spielen derartige Bilder inMarie Tudor eine relativ groſse Rolle.

Neben diesen Metaphern, die der Dichter die Königin gebrauchen läſst, mag noch erwähnt werden, daſs Maria den Tower sépulcre, den Verteidiger ihres Thrones, Lord Clinton,un mur nennt und einmal in einem Moment der Schwäche gesteht:.. Je ne suis pas kout d'une pioce.

cf. dazu: téte, main, coeur, nu, mentir, menteur, renverser, baisser, broyer, fête, comédie, assassin.