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Die Metaphern, die der Dichter den Herzog Alphons gebrauchen lälst, sind nicht zahlreich, doch finden sich einige originelle Bilder darunter, wie z. B. in den Worten:„Le nom de notre bien-aimée épouse et cousine dona Lucrezia Borgia a été insolemment halafré sur la face de notre palais ducal.“ Der Herzog weilſs aber trotz dieser zärtlichen Worte ganz genau, wie es mit der Tugend seiner Gemahlin bestellt ist. Er hat den Blick bemerkt, den sie dem getangenen Gennaro zugeworfen hat, und sagt zu ihr:„... tout à P'heure vous le couviez d'un regard plein de pleurs et plein de flamme... il est temps... que je fasse couler autour de mon lit un fossé de sang.“ Sehr scharf ist die auf den Vater der Lucretia, den Papst, bezügliche Metapher Antchrist. Dem Herzog eigentümlich ist auch der bildliche Gebrauch von*gage in den Worten:„Les gentilshommes aussi prouvés que moi n'ont pas coutume de laisser leur foi en*gage.“
cf. dazu: rayonnant, pied, main, chasser, lire.
Diejenige Person des Dramas, welche das reinste Interesse erweckt, ist Gennaro— wieder ein Repräsentant des Didier-Typus. Er ist capitano, ein Abenteurer, der weder Vater noch Mutter(es ist keine geringere als Lucretia) kennt, der aber voll Ehrenhaftigkeit und Mut ist. Er ist von Haßs erfüllt gegen diese Borgia, deren ruchlose Thaten das Entsetzen der ganzen Welt erregen. Als er nun hört, daſs dieses Weib ihn liebt, sagt er unter Ver- wendung von Bildern, die dem jungen Kriegsmann nahe liegen:„... plus on est*persécuté par l'amour de ces sortes de femmes, plus on les hait. Celle-ci m'obsede, m'investit, m'assiege“. Dann nennt er sie spectre und später demon. Als er halb und halb die Wahrheit erfahren hat und weiſs, daſs er in einem Verwandtschaftsverhältnis zu Lucretia steht, aber trotzdem entschlossen ist, sie zu töten, weil sie seine Kameraden ermordet hat, sagt er:„Madame Lucrece, ma mere me parle de vous dans ses lettres. Vous êtes du nombre de ces parents dénaturés... qui ont tué mon pere, et qui ont nowé sa destinée... Un meurtre de famille lave tous les autres. Un gentilhomme n'a jamais été blàmé pour avoir coupé une mauvaise branche à l'arbre de sa maison.“ Für seine unbekannte Mutter hegt er eine unbegrenzte Liebe. Ihre Briefe nennt er„une bonne*cuirasse“, in seiner Seele trägt er ihr image.
cf. dazu: pente, insurmontable, rêve, s'égarer.
Die jungen Venetianer, die Freunde Gennaros, erscheinen als unglaublich leichtsinnig (cf. I, 2 Sc. 2), voll ausgelassener, zuweilen cynischer Heiterkeit. Als der bedeutendste unter ihnen tritt uns Maffio entgegen. Von der Liebesangelegenheit Gennaros meint er:„Son amourette se*déroulerait en effet plus commodément à Venise qu'à Ferrare“. Als die schöne Princesse Negroni anfängt, Eindruck auf sein Herz zu machen, gesteht er das mit den Worten: „... elle commence à m'*égratigner le coeur.“
An die Gefahr, welche Gennaro durch das Gift des Herzogs gedroht hat, und an das ihm von Lucretia gereichte Gegengift glaubt er nicht:„Tu es dupe. II n'y a dans toute cette affaire ni poison, ni contre-poison. Pure comedie.“ Aber solche scherzhaften Bilder machen ernsteren Platz, wenn er Zz. B. an die furchtbaren Verbrechen der Borgias denkt:„Nos peres et nos meres ont été mélés à ces tragédies, et presque toutes nos familles saignent encore.“ Die Schönheit Lucretias nennt er un*qucat wor àd Ueffigie de Satan, und der Wunsch, seinen Freund aus den Netzen dieser gefährlichen Frau zu befreien, giebt ihm Veranlassung zu dem Bilde:„il faut tirer mon frere Gennaro de cette toile d'araignée.“
cf. dazu: mon sang se fige, glisser, blesser, spectre, démon, géner.
Ganz ähnlich in seinen Metaphern ist Jeppo. Neben*monotone und frotter gebraucht er im Scherze die Bilder*deshabiller und'litanie:„Les femmes ne déguisent leur personne que


