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Aehnlich meint er von Diane de Poitiers:
„Elle a payé la grâce de son pere.“
Der ebenfalls zu den Höflingen zählende Dichter Clément Marot ist etwas reicher mit Metaphern bedacht als die meisten seiner Genossen. Wenn er den ein Mädchen raubenden Franz I. lion, Blanche brebis und den Palast des Königs antre nennt, so bewegt er sich in ziemlich ausgefahrenen Geleisen. Indem er den vermeintlich verliebten Triboulet, den buckeligen Narren als Cupidon bezeichet, verrät er die ironische Art seines Witzes. Hier wäre auch zu erwähnen der bildliche Gebrauch von*Bedford:„Je crois que la donzelle, Si quelqu'autre *Bedford débarquait à Calais, Aurait tout ce qu'il faut pour chasser les Anglais“. Die dunkle Nacht giebt ihm Veranlassung zu dem eigenartigen Bilde„le diable s'est fait du ciel une eᷣcritoire. Von dem aalglatten Triboulet sagt er:„Il est*cuirassé. Par oQ le prendre?“
Als gefallene Gröſse unter den adeligen Herren tritt der unglückliche Saint-Vallier auf, der inmitten des strahlenden Festes am Hofe erscheint und den ihn verhöhnenden Narren verflucht. Er ist der Vertreter eines Typus, in dem sich Victor Hugo, ähnlich wie bei dem Didier-Typus, in seinen Dramen mehrfach wiederholt hat. Höher als das Leben steht ihm die Ehre.„Pas de téête plutôt qu'une souillure au front“, sagt er, und dazu paſst der ihm eigen- tümliche Gebrauch von*décapiter in den Worten:
„Croyez-vous qu'un chrétien, un comte, un gentilhomme, Soit moins*décapité, répondez, mon seigneur, Quand au lieu de la téête il lui manque d'honneur?“
St.-Vallier wirft dem König das an Diane de Poitiers begangene Verbrechen vor und ver- wendet dabei eine ganze Reihe treffender Metaphern:
„Vous avez froidement, sous vos baisers infàmes,
Terni, flétri, souillé, déshonoré, brisé
Diane de Poitiers, comtesse de Brezé.“ Dem reiht sich an der bildliche Gebrauch von broyer:„Que vous ayez broyé... La pauvre femme... C'est une chose impie.“ Der streng denkende Edelmann tadelt den leichtfertigen König unter Verwendung kräftiger Bilder, weil er seine Würde geschändet, seine Macht miſs- braucht habe, indem er die Tochter mit ihrer Ehre den dem Henkerbeile verfallenen Vater loskaufen liels: 1
„O Dieu! qui vous jugez! qu'avez-vous dit la-haut,
Quand vos regards ont vu, sur ce même échafaud,
Se vautrer, triste et louche, et sanglante et souillée,
La luxure royale en clémence habillée!“
Ernst und stolz klingt die Metapher:„Nous avons tous les deux au front une couronne, Vous, de fleurs-de-lis d'or, et moi, de cheveux blancs“.— Als Triboulet den Gram des greisen Vaters verspottet, ruft St. Vallier dem König zu:„Sur le lion mourant vous làchez votre chien“. Dann wendet er sich gegen den boshaften Narren selbst mit den Worten:
„Qui que tu sois, valet à langue de vipere, Qui fais risée ainsi de la douleur d'un pere, Sois maudit.“
cf. dazu: d'outrages abreuué, marchander la honte, tombeau de la vertu.
Die übrigen Personen des Dramas treten im Vergleich zu den besprochenen Figuren stark in den Hintergrund. Blanche ist in ihrer ziemlich bedeutenden Rolle verhältnismäſsig 2


