Aufsatz 
Die Metapher in den Dramen Victor Hugos : 2. Teil / von Ernst Degenhardt
Entstehung
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Zwar minder reich, aber doch oft in origineller und charakteristischer Weise hat Victor Hugo die Person des Königs mit Metaphern ausgestattet. Franz I. ist als ein durchaus leichtfertiger Wüstling gezeichnet. Der hohen Stellung, die er in der Menschheit einnimmt, scheint er nicht würdig. Als Fürst zeigt er sich ohne Edelsinn, nur frivol und genuſssüchtig, doch verrät er oft Esprit und Witz.

Seine Herrschermacht dient ihm nur als Mittel zur Erreichung uneingeschränkten Lebens- genusses. Das spricht er aus in den Worten:Richesse, honneurs, plaisirs, pouvoir sans frein ni loi, Tout est pour moi, tout est à moi, je suis le roi. Wie nachlässig klingt die Metapher, mit welcher er von den Ehren redet, die der Krieg dem Sieger bringt:La gloire qu'on ramasse à la guerre en courant. Auch das Bild, mit dem er die Höflinge bedenkt, ist be- zeichnend für seine Denkweise:Ces courtisans! engeance détestable!

Den Frauen gegenüber spricht der König ganz in jener höfisch-galanten Art, die schon aus dem klassischen Drama bekannt ist und ganz konventionell berührt. Doch findet der König auch manches neue Bild. Als die schöne Madame de Cossé geäußsert hat, daßs sie Paris verlassen will, sagt Franz I.:

N'est-ce pas une honte....

A l'heure vos beaux yeux, semant partout les flammes, Font sur tous leurs amants veiller toutes les femmes, Que vous, qui d'un tel 7ustre éblouissez la cour,

Que, ce soleil parti, l'on doute s'il fait jour,

Vous alliez, méprisant duc, empereur, roi, prince, Briller, astre rbourgeois, dans un ciel de province!

Diese letzten Worte lassen schon die galante Sprechweise des Königs erkennen. Schöne Frauen überschüttet er mit Komplimenten. Die Sprache Blanches ist für ihn ein concert divin und er sucht das arme Mädchen zu betören mit den Worten:du souverain tu seras*sowuve- raine. Eine ähnliche Metapher verschwendet er aber auch an Maguelonne, die Schwester des Banditen, indem er siereine des inhumaines nennt. Wie der König in Wahrheit über die Frauen denkt, das deutet die Metapher in seinem Liede an:Une femme souvent N'est. qu'une*plume au vent.

Wenn der König die Liebe preisen will, so findet er neben verbrauchten auch frischere Bilder, wie z. B. in der folgenden, dem Vergleiche sich nähernden Stelle:

.... l'amour, c'est le soleil de l'àme. Te sens-tu réchauffé à cette douce flamme? La vie est une fleur, l'amour en est le miel, C'est la colombe unie à l'aigle dans le ciel, C'est la gräce tremblante à la force appugée.

Wie sehr kontrastieren mit diesen Worten die Bilder, mit denen er an anderer Stelle vom Leben spricht!... la vie...

Cette toffe, ou, malgré les ans qui la*morcellent, Quelques instants d'amour par places incellent, N'est qu'un triste haillon sans ces*paillettes-.

Derber wird der König Maguelonne gegenüber:... quand la beauté nous accepte pour siens, Nous sommes*braise et feu jusque chez les Russiens. Als sie gegenüber dem fremden Bewerber um ihre Gunst sich ablehnend verhält, sagt Franz:Pourquoi faut-il que Dieu qui fit ces beaux bras nus Ait mis le coeur d'un*Turc dans ce corps de Venus?