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Die Zusammensetzung des Lehrerkollegiums ist aus der zwischen S. 38 und S. 39 enthaltenen Ubersicht zu ersehen.— Der starke Besuch der Untersekunda machte die Teilung dieser Klasse in drei Abteilungen notwendig. Aus diesem Anlaſs wurde Herr Hermann Weimer, im Vorjahre Probekandidat an unserer Anstalt, als wissenschaftlicher Hilfslehrer berufen. Da im nächsten Schuljahr die dritte Abteilung der Untersekunda wieder eingehen wird, so hat Herr Weimer die Wahl zum Oberlehrer am Realgymnasium in Remscheid ange- nommen. Wir sehen ihn ungern von unserer Anstalt scheiden und begleiten ihn mit unseren besten Wünschen in seine neue Wirksamkeit.
In der Vorschule stieg die Schülerzahl derart, dals auch die zweite und die dritte Klasse in je zZwei Abteilungen geteilt und zwei weitere Lehrer berufen werden muſsten, nämlich die Herren Philipp Dreyling und Ernst Hill.
Philipp Dreyling, evangelischen Bekenntnisses, geboren den 26. Oktober 1852 zu Freiendiez, Kreis Unterlahn, besuchte die Realschule in Diez und von 1868 bis 1871 das Seminar zu Usingen. Nach achtjähriger Wirksamkeit in den Volksschulen zu Freiendiez und Biebrich am Rhein, sowie an der höheren Bürgerschule daselbst, gelangte er im Herbst 1879 an die Vorbereitungsschule zu Wiesbaden. Bei der Teilung dieser Anstalt Ostern 1883 wurde er der Vorbereitungs- und höheren Töchterschule in der Stiftstrafse überwiesen. Nach Einziehung der dortigen Vorschulklassen kehrte er Ostern 1898 an
unsere Anstalt zurück. Ernst Hill, geboren am 24. März 1870 zu Idstein, Kreis Untertaunus, evangelischer Konfession,
vorgebildet auf der Kgl. Präparanden-Anstalt zu Herborn, besuchte von 1887— 90 das Kgl. Lehrer- Seminar zu Usingen. Im Winter 1891/92 erwarb er sich in Berlin die Befähigung für den Turnunterricht und bestand im Juni 1893 in Usingen die 2. Lebkrerprüfung. Er war kurze Zeit mit der Versehung einer Lehrerstelle in Holzhausen bei Gladenbach beauftragt, dann vier Jahre an der Kgl. Präparanden-An- stalt zu Herborn und von Herbst 1894 an der Mittelschule an der Lehrstrafse zu Wiesbaden thätig. Ostern 1898 wurde er als Vorschullehrer an die städt. Oberrealschule berufen.
Zur Ableistung des pädagogischen Probejahrs waren die Kandidaten des höheren Schul- amts Karl Spies und Emil Klingelhoeffer seit Ostern, Johannes Abt seit Herbst der Anstalt überwiesen. Anfang Oktober wurde Herr Spies an das Gymnasium zu Rinteln versetzt, um dort zunächst eine Vertretung zu übernehmen und dann sein Probejahr zu vollenden.
von Ostern bis Pfingsten(18. April bis 28. Mai) war Herr Oberlehrer Dr. Roßs- mann zu einer militärischen iſbung nach München einberufen. Der für seine Vertretung in Aussicht genommene seitherige Probekandidat, Herr Georg Hosch, wurde von dem König- lichen Provinzial-Schulkollegium mit der Versehung einer wissenschaftlichen Hilfslehrerstelle an der Realschule in Geisenheim beauftragt, sodals der Unterricht des Herrn Dr. Rolsmann an die Herren Fachkollegen folgendermaſsen verteilt werden muſste: Französisch in U. I(4 St.), Weimer; Französisch in U. IIc(4 St.), Dr. Schweigel; Mathematik in U. II c(1 St. statt Französisch), Dr. Kadesch; Deutsch in IV a(4 St.), Dr. Klein; Französisch in IV a(je 2 St.), Dr. Diehl und Dr. Kitze; Mathematik in IV a(2 St. statt Französisch), Escher; Geographie in IV a(2 St.), Prof. Deubner. Herr Weimer wurde durch den Ausfall der Spielstunden, Herr Dr. Klein im geschichtlichen Unterricht der IV'b durch Herrn Spies, Herr Dr. Schweigel im deutschen Unterricht der U. IIIb durch Dr. Wickel(2 St. Mathematik statt Deutsch) entlastet.— Die sechswöchentliche Übung des Herrn Oberlehrer Dr. Mahlinger fiel ganz in die Zeit der Herbstferien, sodals er nur vom 5. bis zum 13. August zu vertreten war. Die neusprachlichen Stunden in U. IIIa, sowie die naturgeschichtlichen in O. III b, Va und VI a wurden an die betr. Fachlehrer verteilt, die Turnstunden in I und O. II, sowie in U. IIb flelen aus.— Aufserdem waren beurlaubt die Herren Oberlehrer Usener und


