Aufsatz 
Mitteilungen aus dem griechischen Miscellancodex 2773 der Großherzoglichen Hofbibliothek zu Darmstadt. Beiträge zur Kritik des Plato, Marc Aurel, Pseudo-Proclus, J. Glycys, Themistius, Pseudo-Dioscorides, Hephaestion; ein Brief eines christlichen Autors und eine Tafel mit Zeichnungen von Windrosen u.a / Carl Denig
Entstehung
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Jetzt ist die Benutzung der Handschrift wesentlich erleichtert durch die verdienstvolle Arbeit der Herren Ludawig Voltz ¹) in Darmstadt und Wilhelm Crönert in Halle a. S. im Centralblatt für Bibliothelswesen 14. Jahrg. 1897 S. 537 5771, die sich dem mühevollen Werke, nach Möglichkeit sämtliche in der Handschrift enthaltenen Stücke zu verzeichnen, gemeinschaftlich mit Sorgfalt unter- zogen haben. Hier findet sich auch eine genaue Beschreibung der Handschrift, so dass ich einer

solchen überhoben bin. Im allgemeinen sei darauf hingewiesen, dass die Schreiber sich nach der Sitte ihrer Zeit der

üblichen Abkürzungen bedient haben, die nur dem Ungeübten das Lesen erschweren. Es gehört dahin auch die Verwendung des Jota subscriptum, das bisweilen unter der Zeile, öfter als Punkt, beigesetzt ist, meist jedoch fehlt.

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Da es vielleicht einiges Interesse haben wird, etwas darüber zu erfahren, wie die wertvolle Handschrift in den Besitz der Grossh. Hofbibliothek gekommen ist, so mögen aus der dem Ankauf vorangehenden Korrespondenz Basts mit dem Gr. Geh. Kabinetssekretär 4. A. fE. Schleiermacher, die in den Akten des Gr. Hess. Geh. Kabinetssekretariats im Gr. Haus- und Staatsarchiv liegt, einige Auszüge folgen:

PANIS, den 16. März 1810. .... Die griechische Handschrift, deren ich zuletzt erwähnte, setze ich in die erste ½te des 15. Jahr- hunderts. Sie soll 300 liores tournois kosten, und ist sie wohl werth, weil sie gegen 40 verschiedene morceaua aus Grammatizern und andern Schriftstellern enthält. Man könnte eine ganz interessante Beschreibung dieser Handschrift geben, die aber viele Zeit erforderte, weil die Blätter verbunden au sein scheinen und es nicht leicht sein wird, alles gehörig nachzuweisen. Ieh will Sie nieht bewegen, diese Handschrift zu kaufen, wiewohl es, wenn man keine griech. Handschriften hat, immer angenehm wäre, wenigstens eine zu besitzen. Sollten Sie aber Lust dazu haben, so würde ich bitten, sie mir eine Zeit lang zu lassen, um sowohl die Recension davon zu machen, die ich in den Notices des mss. Band IX abdrucken lassen würde, als die Bruchstüche des Hephaestion de metris daraus zu vergleichen, um sie Herrn Prof. Hermann zu Leipzig, der eben an dem Hephaestion arbeitet, unter der Bedingung mitzutheilen, dass er der Farianten codice mo. Musei Darmstadini, o möglich auf dem Tüitelblatt, gedenkt. Aber, zwie gesagt, ich will Sie nicht zum Kaufe beuegen, weil Sie um 300 livres eine Menge gemeinnützigerer Dinge anschaffen können. Doch bitte mir mit umgehender Post zu antrrorten. Fällt die Antaort negatio aus, so will ich dem Grossherzog von Würzburg, der ein Bücherliebhaber ist, und den man hier äfter in den Boutiquen der Bouquinisten antrilft, den Kauf vorschlagen lassen. von Herzen der Thrige 7. B45 71.

PIIS, den 25. Junius 1810.

Ihren Brief vom 14. d., mein verehrter Freund, habe ich richtig erhalten, sowie auch die darin angeküundigten 1500 für.......... und die gekaufte griechische Handschrift.......... Die griech. Handschrift hatte ich bereits um den genannten Preis gekauft, noch ehe Ihr Brief vom 1. d. eingegangen war, weil ich die Concurrenz des Grossherzogs von Würzburg fürchtete. Wäre sie von Ihnen verweigert worden, so hätte ich sie fär mich behalten. Dieser Codeæ wird dureh die Beschreibung, die ich davon machen werde, ein berühmtes Buch werden. Er enthält unter anderem einen Auszug der Glossen Apions über den Homer, die meines Wissens in keiner Bibliotheh von Europa vorhanden sind. Die Beschreibung, d. h. die Nachweisung des darin Enthaltenen auf gedruchte Bücher, ist mit äussersten Schawierigkeiten verbunden. Ieh vergleiche seit einigen Tagen den Hephaestion für Herrn Praf. Hermann zu Leipaig IIn Basts(gest. 1811 in Paris) Nachlass, der in die Oxforder Bibliothek wanderte, fanden sich jedoch nur spärliche Excerpte aus dem Darmst., die später Gaisford in seiner 2. Hephästionausgabe (Oxford 1855) benutzt hat. Vollständige Kollation des Hephästionstückes fol. 208 r 215 v nebst unedierten Scholien veröffentlicht von Carl Denig in Quaestiones Hephaestioneae, Gymn.-Programm Bensheim 1886; vergl. Bursian J.-B. 58 S. 290], dessen Ausgabe dieses Sohriftstellers in Kurzem angefangen

¹) Herrn Hofbibliotheksekretär Dr. Voltz bin ich für freundliche Unterstützung zu Dank verpflichtet.