— 18—
Ueber Wärme, Dampf und ſeine Gewalt, über Stoß, Fall, Reibung und ſo vieles Andere können ſchon bei dieſem Unter⸗ richte, alſo nach unſerer Einrichtung in den zwei erſten Schul⸗ jahren, eine Maſſe von Beobachtungen gemacht werden, und der ſpätere phyſikaliſche Kurſus wird es unſerm Anſchauungs⸗ unterrichte Dank wiſſen, wenn er dies vermittelt und ſomit die Kinder ſchon frühe an verſtändiges Beobachten gewöhnt hat.
Es werden auf dieſer Stufe zuerſt einzelne Beobach⸗ tungen angeſtellt; wenn aus mehreren derſelben das nämliche Ergebniß hervorgegangen iſt, ſo wird eine Regel aufgeſtellt, z. B. der Schatten geht, das Holz ſchwimmt, die kürzere Saite tönt feiner als die längere, der Regenbogen ſteht der Sonne gegenüber. Auf das Woher und Warum einzugehen, iſt hier in den meiſten Fällen noch nicht gerathen.
Wenn nun aber auch ſo ſchon in den erſten Schul⸗ jahren eine ganze Maſſe von Erfahrungen geſammelt worden iſt, die ſpäter dem phyſikaliſchen Unterrichte dienen ſollen: werden nicht doch alle dieſe zur Zeit, wo dieſer beginnt, wieder verſchwunden und verloren ſein? Denn zwiſchen dem Ende des Anſchauungsunterrichtes und dem Anfange des phyſikaliſchen liegen mehrere Jahre(bei uns drei). Oder gibt in dieſen zwiſchenliegenden Jahren die Schule irgend eine Veranlaſſung, das Gewonnene zu erhalten, zu befeſtigen? Wir ſagen darauf: Iſt erſt einmal der Blick auf dieſe Dinge gerichtet, ſo kann die Schule das Weitere den Kindern ſelbſt. überlaſſen; es ſchadet auch nichts, wenn Manches eine Zeit⸗ lang verblaßt; es kommt ſchon ſeiner Zeit wieder. Wir ſagen übrigens ferner: Allerdings gibt die Schule beſtimmte Veranlaſſung zur Fortſetzung, wenigſtens eines Theiles ſolcher Beobachtungen. Sie thut es namentlich im geographiſchen Unterrichte.
Die Erdkunde, ſo hat man wohl geſagt, iſt eine kom⸗ binirende Wiſſenſchaft, d. h. ſie faßt vielerlei an ſich ſehr


