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auch von dieſem Geſichtspunkte aus zeigt ſich die Nothwen⸗ digkeit des frühen, fortgeſetzten Beobachtens.
Von der Naturgeſchichte gehen wir zur Naturlehre oder Phyſik über. Der phyſikaliſche Unterricht iſt, ſeinem Weſen nach, auf die oberſten Kurſe einer Bürgerſchule beſchränkt. Vieles muß in dieſer kurzen Zeit zur Anſchauung gebracht, zur Beobachtung vorgelegt werden. Mache man nun auch die Apparate ſo einfach, wie es Crüger lehrt, man wird doch nicht Alles während des Unterrichts zeigen können; außer der Kürze der Zeit hindert oft auch die Witterung, die Lage des Schulzimmers, das fehlende Sonnenlicht. Es müſſen auch außer der Schule von den Schülern Beobachtungen angeſtellt werden, ſo wie z. B. Herr Dr. Berger an der hieſigen Selectenſchule im Winter von 1863——64 den Fenſterbeſchlag hat beobachten laſſen.*) Oder ſollen wir uns darauf ver⸗ laſſen, daß ihnen gewöhnliche Erfahrungen ſchon bekannt ſind, daß ſie naheliegende Beobachtungen bereits gemacht haben? Wir können dies nicht, wenn wir ſie nicht frühe, ſchon lange vor Beginn des eigentlichen phyſikaliſchen Unterrichts, zum verſtändigen Beobachten der Dinge um ſie her gebracht haben. Nehmen wir an, der Lehrer der Phyſik ſtehe, dem Gange ſeines Unterrichts gemäß, im Auguſt an der Meteorologie. So kommt hier auch der Schnee zur Beſprechung. Soll er ſich darauf ſtützen, daß ſeine Schüler dieſe Erſcheinung bereits kennen? Ich gebe dieſelbe Antwort wie oben. Der Lehrer der Phyſik hat überall mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, wenn die Schüler ungeübt ſind im Beobachten.
Aber wo findet ſich in den früheren Jahren des Schul⸗ lebens ein Raum für dieſe Uebung? Ich antworte: im ſo⸗ genannten Anſchauungsunterrichte. Manche wollen von dieſem Namen nichts wiſſen;„jeder Unterricht ſolle anſchaulich
*) S. Programm der Selectenſchule v. 1864 S. 54.


