Aufsatz 
Das Beobachten
Entstehung
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immer offen haben, ſelbſt in und mit der Natur leben. Aber ſollte das nicht jeder Lehrer der Naturgeſchichte?

Was von den Pflanzen, das gilt auch ſo ziemlich von den Thieren; in noch höherem Grade, weil deren Lebens⸗ äußerungen reicher ſind, als die der Pflanzen, in geringerem Maße dagegen, weil viele der in der Schule nothwendig vor⸗ geführten Thiere nicht ſo, wie die Mehrzahl der Pflanzen, abſichtlich aufgeſucht und in ihrem Leben belauſcht werden können. Iſt aber einmal der Sinn geweckt und das Auge geſchärft, ſo wird es im Laufe des Jahres nicht fehlen an gar manchen Beobachtungen, namentlich über Vögel und niedere Thiere. Geſchärft wird das Auge auch hier dadurch, daß etwa in der Schule Raupen gezogen und ihre allmähliche Entwickelung von Tag zu Tag beobachtet wird. Noch Eins, das wir allerdings ſchon bei den Pflanzen hätten ſagen können, wollen wir anführen: Dieſe Weiſe fördert die Liebe zur Natur, zu den Geſchöpfen, ſteuert der Rohheit. Der Knabe, der begierig iſt, zu ſehen, wann im Garten ſeines Vaters die jungen Buchfinken aus den Eiern kommen, wird nicht auf den Baum klettern und das Neſt zerſtören, um etwa die Eier zu holen.

Auf einer oberen Stufe des naturgeſchichtlichen Schul⸗ unterrichts werden in der Pflanzenkunde ganze Familien oder Gruppen zuſammengenommen, etwa die Kätzchenbäume, die Roſaceen u. ſ. w. Der Lehrer zeigt wohl aus dem Herbarium eine Anzahl von Exemplaren, er bringt auch etwa Manches, das gerade Blüten oder Blätter hat, mit, und er zeigt Bilder. Aber all dies genügt nicht zu einer einigermaßen vollſtän⸗ digen Kenntniß; es hat nur dann ſeinen wahren Werth, wenn ſich die Schüler bei den vorgezeigten friſchen und trockenen Pflanzen und Abbildungen an vieles von ihnen ſchon ſeit Jahren Geſehene und Beobachtete erinnern. Alſo