Aufsatz 
Das Beobachten
Entstehung
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Göthe's:Wer will was Lebendig's erkennen und be⸗ ſchreiben, Sucht erſt den Geiſt herauszutreiben auch auf uns zu beziehen ſein. Wo wächſt ſie? Auf was für einem Boden? geſellig oder einzeln? im Schatten von Bäumen oder nicht? Wann blüht ſie? Treibt ſie eher Blätter oder Blüten? Welche Thiere wählen ſie etwa zu ihrer Nahrung? Der Lehrer kann all dies den Schülern ſagen; aber weit beſſer iſt es, er fordert ſie auf zu eignen Beobachtungen. Und dieſe können nicht in der Schule ſelbſt gemacht werden, viel⸗ leicht auch nicht von heute bis zur nächſten Stunde. Es muß der Sinn der Schüler wo möglich auf das Beobachten gerichtet werden. Wenn nun in einer Stunde eine Pflanze durchgenommen iſt, ſo kann in der nächſten gefragt werden: Wer von euch hat dieſe Pflanze unterdes geſehen? wo? wie? u. ſ. w. Im Laufe des Sommerhalbjahrs wird alſo in dieſer Weiſe nach gar vielen Pflanzen gefragt; es können vielleicht zu Anfang jeder Stunde von den Schülern Beobachtungen mitgetheilt, Belege für manche derſelben mitgebracht werden. Zu Anfang des Jahreskurſus, um die Oſterzeit, ſchlagen allmählich manche Bäume aus, andere kommen in Blüte. Auch darauf wird die Aufmerkſamkeit gerichtet. Nicht jeder Schüler wird mit gleichem Eifer unſerer Aufforderung folgen; aber die es thun, haben Gewinn davon für ihr Leben, wenn auch nicht gerade unmittelbar für ihren Broterwerb; denn dieſen haben wir bei unſerm ganzen Wirken zunächſt nicht im Auge. Recht gut iſt es, und es lehrt an ein⸗ zelnen Beiſpielen die Geſichtspunkte kennen, wenn man, wie oben vom Bremer Seminar berichtet wurde, im Schulgarten oder in Töpfen Pflanzen ziehen und dieſe faſt von Tag zu Tag mit den Schülern beobachten kann. Sehr bequem für den Lehrer iſt allerdings dieſe Weiſe nicht; er muß, will er nicht in Gefahr kommen, Unrichtiges als Er⸗ gebniß von Beobachtungen gelten zu laſſen, ſelbſt ſeine Augen