Aufsatz 
Das Beobachten
Entstehung
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Die Natur im weiteſten Sinne, das iſt das eigentliche Feld der Beobachtungen.

Wir denken zuerſt an die eigentliche Naturgeſchichte oder Naturbeſchreibung. Beim Steine wird ſeine Geſtalt, als etwas Bleibendes, nur betrachtet. Aber auch bei ihm kann beobachtet werden, z. B. ob er ſich mit Stahl u. ſ. w. ritzen läßt, wie dann der Strich iſt, ob Pulver abgeht, ob der Stein, mit dem Stahle geſchlagen, Funken gibt; ferner Farbenwechſel bei verſchiedenen Stellungen; beim Doppel⸗ ſpath, daß der einfache Strich ſich ſcheinbar in zwei geſon⸗ derte theilt, die, in der Richtung der großen Diagonale ge⸗ ſehen, am weiteſten von einander entfernt ſind; beim Bern⸗ ſtein die elektriſchen, beim Eiſen und Nickel die magnetiſchen, beim Steinſalz die hygroſkopiſchen Erſcheinungen, bei dem in Waſſer gelegten Eiſenvitriol die nach einigen Tagen hervor⸗ tretende roſtbraune Färbung. Noch weit mehr Beobachtungen können angeſtellt werden, wenn man auf das chemiſche Ver⸗ halten eingeht. Bei einem guten mineralogiſchen Unterrichte fehlt all dies nicht, und all dies kann in der Lehrſtunde ſelbſt vorgenommen werden. Wir müſſen uns allerdings nicht täuſchen. Wenn wir Klaſſen von fünfzig oder auch von dreißig Schülern haben, ſo werden nicht alle die Beobach⸗ tungen mit dem Auge, geſchweige denn mit der Hand ſelbſt machen können. Aber wir wollen ja hauptſächlich anregen zu eigenen, außerhalb der Unterrichtsſtunden anzuſtellenden Beobachtungen. Die Schüler lernen von uns, wie man um etmas Leichteres anzuführen die Härte prüft; gut, ſo mögen ſie das bei Steinen, die ihnen vor⸗ kommen, ſelbſt üben.

Ein weit reicheres Feld zu Beobachtungen bietet uns die Welt der Pflanzen. Eine Pflanze wird in der Schule in vielen Exemplaren vertheilt, ſie wird beſchrieben. Gut. Aber nicht genug. Es würde ſonſt der ſpottende Ausſpruch