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R ausſprechen wollt, ſo müßt ihr den Mund ſo und ſo ſtellen. Die Schüler mühten ſich ab, den Mund auf die angegebene Weiſe zu ſtellen, und— es kam oft etwas ganz Anderes, Unnatürliches heraus. Es war das eine Ver⸗ irrung. Köſtlich iſt dieſe von Immermann in ſeinem Münch⸗ hauſen gegeißelt, wo der arme Ageſel auf einem Hügel ſitzt und ſich zum Entſetzen der Bauern abmüht, auf die in dem von der Schulbehörde eingeführten Buche angegebenen Weiſe den reinen J⸗Laut hervorzuquetſchen. Es iſt ebenſo wie wenn man dem kleinen Kinde, das ſo weit iſt, die erſten ſchüchternen Schritte zu wagen— ſtatt die Arme auszu⸗ breiten und zu ſagen:„Komm her!“—, Belehrungen uber die Muskelthätigkeit und das Gleichgewicht geben wollte. Nein! Allerdings kann man dem kleinen Kinde wohl einmal ſagen:„Hebe jetzt dieſes Beinchen auf“, und dem Anfänger in der Schule, der vielleicht das A nicht ganz rein ſpricht: „Du mußt den Mund recht weit aufmachen.“ Im Ueb⸗ rigen wird jenem wie bei dieſem das Gewollte auf ganz andere Weiſe erzielt. Wenn nur der Lehrer die Laute recht rein ſpricht, ſo werden es auch ſeine Schüler lernen, ebenſo wie der Blutfink ohne theoretiſche Belehrung die vorgepfiffene Melodie nachpfeifen lernt.
Später aber, wenn die Kinder ſchon leſen können, iſt es, ſcheint mir, von großem Werthe, wenn man ihnen zum Bewußtſein bringt, mit welchen Organen und auf welche Weiſe die einzelnen Laute zum Vorſchein kommen. Da braucht man ihnen aber nicht zu ſagen: Wenn man B aus⸗ ſprechen will, muß man die Lippen leiſe einander nähern u. ſ. w.; ſondert man fordert ſie auf, B auszuſprechen, und läßt ſie, nach ihrer Beobachtung dieſes Vorganges, ſelbſt ſagen, welche Organe dabei thätig waren und auf welche Weiſe. So kommen ſie dann auch, beſſer als wenn wir die Beobachtung unterlaſſen und nur Belehrung geben wollten, dazu, zu ver⸗


