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und Schleiermacher preiſt in den Monologen die„hohe Selbſtbetrachtung“. All dies iſt für Erwachſene, nicht für Kinder. Bei dieſen würde leicht eine eitle Selbſtbeſpiegelung oder eine altkluge Sucht zum Reflektiren oder ein krankhaft frömmelndes Weſen daraus entſtehen. So würde ich auch die Führung eines Tagebuches über ſich ſelbſt, ſeine Hand⸗ lungen, Gedanken und Erlebniſſe niemals einem Knaben, ſondern erſt dem gereifteren Jüngling anrathen. Wohl kann man in einzelnen Fällnen auch einen Knaben Vergleichungen anſtellen laſſen, man kann ihm z. B. zwei ſeiner ſchriftlichen Arbeiten zeigen, die eine von einem Jahre, die andere neuer⸗ lich geſchrieben, ihn ſelbſt ſehen laſſen, daß die frühere die beſſere iſt, und ihn auffordern zu ſorgen, daß er hierin nicht abnehme; oder man kann ihm zeigen,„daß er zu einer Lüge durch einen vorhergegangenen Fehler gekommen iſt, und ihn warnen vor dem erſten Schritte zur Sünde. Aber all dies iſt noch keine eigentliche Selbſtbeobachtung, einer ſolchen iſt der Knabe noch nicht fähig.
So wäre alſo der Menſch für die Schule gar nicht Objekt der Beobachtung? Sein geiſtiges Leben und Wachſen allerdings nicht. Aber doch einige ſeiner Thätigkeiten, ſo wie ſie äußerlich erſcheinen. Namentlich die Sprache. Schon das Hervorbringen der Lante. Vor etwa dreißig Jahren kamen von einem Seminare mehrere junge Lehrer, die meinten, was ſie eben gelernt, müßten ſie all ſogleich wieder lehren. Sie hatten unter Anderm, was recht gut und für ſie ſelbſt nothwendig war, gelernt, mit welchen Organen die einzelnen Laute hervorgebracht werden; man hatte auf dem Seminare den Lauten Namen gegeben, die ihre Eigenthümlichkeiten aus⸗ drücken und beſſer zur Kenntniß bringen ſollten. Nun machten ſie aber die kleinen Anfänger auch mit dieſen Namen bekannt; einen Laut nannten ſie Säuſellaut, einen andern Schnurr⸗ pfeifer u. ſ. w. Sie ſagten den Kleinen: Wenn ihr das


