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Alſo was ſoll hier geſchehen, betrachtet, beobachtet werden? Die Dinge der Welt; nicht unmittelbar Gott. Allerdings ſoll von den Geſchöpfen auf den Schöpfer geſchloſſen werden; dieſes Schließen iſt aber wieder eine ganz andere Thätigkeit als das bloße Beobachten. Es gibt ja auch viele ſonſt recht gute Beobachter der Natur, die aber in den Geſchöpfen Gott und ſein Walten nicht erkennen. Wer Gott nicht im Herzen hat, für den iſt er auch in den Dingen der äußeren Welt nicht vorhanden, und der wird durch die Betrachtung der Natur nicht zu ihm geleitet. Wir können und wollen es nicht machen wie Rouſſeau, der ſeinem fünfzehnjährigen Emil noch nicht von Gott ſprechen will, weil dieſer das Geſagte noch nicht vollkommen verſtehen könne. Wir würden ſonſt dem kindlichen Alter das Höchſte und Beſte xauben. Nein! Gott iſt, ſo wird gelehrt, und wenn wir Lehrer dies nur in Wahr⸗ heit glauben, und wenn nicht von den Eltern etwa ein anderer Glaube gepflanzt wird, ſo glauben es auch unſere Schüler. Und ſie lernen dann auch durch die Betrachtung der Natur Gott immer beſſer erkennen, aber dieſe Betrachtung iſt ihnen nicht die Quelle der Erkenntniß Gottes.— Vor einem halben Jahrhundert ſahen Viele im ſogenannten Katechiſiren ein Univerſalmittel; ſie ſcheuten ſich, irgend etwas einfach zu ſagen, zu lehren; ſie wollten Alles, z. B. auch daß Karl der Große im Jahre 814 geſtorben ſei, aus den Schülern herauskatechiſiren. Das war eine Verirrung; man iſt wohl überall längſt davon zurückgekommen. Ebenſo wäre es eine Verirrung, wollte man das Daſein Gottes durch Beobach tung erkennen laſſen. Nein! Hier iſt einfach zu lehren; und von Seiten der Schüler iſt das gläubige Hören am Platze, das pythagoriſche Schweigen; auch an die„Ehrfurcht“ kann man denken, die in Wilhelm Meiſters Wanderjahren in der pädagogiſchen Provinz waltet. Mit Bezug auf die göttlichen Gebote iſt dasſelbe der Fall.


