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ſprechendes, dem Worte beobachten entgegengeſetztes Wort; es ſei erlaubt, dafür zu ſagen) nur betrachtet. Eine Pflanze im Herbarium wird betrachtet, kann nach einmaliger genauer Betrachtung vollſtändig, ſoweit es in dieſem Zuſtande mög⸗ lich iſt, gekannt, beſchrieben werden; die wachſende Blume im Garten oder im Topfe wird täglich beobachtet, und täglich nimmt man Veränderungen wahr. Ein fertiges Bild wird betrachtet; wer in die Werkſtätte des Malers geht, der beob⸗ achtet,„wie allmählich ſich Alles geſtaltet. Man kann alſo auch ſagen: Betrachtet werden Dinge, beobachtet dagegen Handlungen oder doch Vorgänge.
Bereits kleine Kinder beobachten ſchon ohne ſonderliche Anleitung gar mancherlei: die Mienen der Eltern, fallende Schneeflocken, das fließende Waſſer, fliegende Vögel, kriechende Käfer. Das iſt eine ganz abſichtsloſe Handlung; ſie hat ihren großen Werth, aber von ihr ſprechen wir hier nicht. Auch Thiere beobachten, z. B. die Katze beobachtet die Be⸗ wegungen der Maus, um den günſtigen Augenblick abzu⸗ paſſen, wann ſie ſie erhaſchen kann. Sie macht es ebenſo wie ein General, der ein feindliches Heer beobachtet, in der Abſicht es zu beſiegen, oder wie in ähnlicher, nur harmloſerer Abſicht Knaben in rüſtigem Spiele. Beiſpiele von außer⸗ ordentlich feinem Beobachten werden uns von nordamerika⸗ niſchen Indianiern erzählt; ebenſo von Diebsvirtuoſen und ihren Gegnern; der Quäner in Mügge's Afraja ſagt nach Beobachtung des Graſes u. ſ. w. dem Normann ganz genau, mit wie viel Rennthieren und vor wie viel Stunden der Lappe dageweſen ſei.— Von ſolchem Beobachten, wo eine beſtimmte, wir möchten ſagen praktiſche Abſicht zu Grunde liegt, ſprechen wir hier auch nicht. Auch nicht einmal von dem Beobachten einer Handlung, das zu dem Zwecke geſchieht, dieſelbe Handlung ausführen zu können, wie z. B. wenn Schüler aufmerkſam zuſehen, wie der Schreiblehrer Buchſtaben,


