J. Geſchichte der Anſtalt.
Das hieſige Paͤdagogium, das als ſolches nur eine Vorbereitungsſchule fuͤr das Gymnaſium zu Weilburg war, wurde bald nach Anfang des Sommer⸗ halbenjahres zu einem Gymnaſium erweitert, in welchem der Unterricht als Vor⸗ bereitung auf die Facultaͤtsſtudien von dem Uebertritt in daſſelbe aus den unteren Klaſſen der Elementarſchulen bis zum Abgang auf die Univerſitaͤt in acht Klaſ⸗ ſen mit einjaͤhrigem Lehrgange ertheilt werden ſoll.— Von den vier dem Paͤ⸗ dagogium fehlenden Oberklaſſen traten die beiden unteren zugleich mit einem fuͤr dir ganze Anſtalt neu durchgeſehenen Lehrplane den 10ten Juni v. J. in das V eben.
Dieſe Erweiterung hatte nachſtehende Veraͤnderungen in dem Lehrerperſo⸗ nale zur Folge:
Dem Rector des Paͤdagogiums, Profeſſor Lex, wurde die Leitung der neuen Anſtalt in ſeiner bisherigen Eigenſchaft uͤbertragen, der Profeſſor Schmitt⸗ henner von dem Gymnaſium zu Weilburg hierher verſetzt, der Prorector Dr. Cuntz von dem hieſigen Paͤdagogium zum Profeſſor, der Pfarrvikar Dietz von Diez zum Konrector und der Lehrer Clauder von der Realſchule in Langenſchwalbach zum Lehrer der neueren Sprachen an dem hieſigen Gymnaſium ernannt; der Prorektor Rotwitt dagegen von dem hieſigen Paͤdagogium zum Profeſſor an dem Gymnaſium zu Hadamar befoͤrdert.
Da das ernannte Lehrerperſonal fuͤr die ſechs Claſſen noch nicht ausreicht, ſo wurde die interimiſtiſche Verſehung der Stelle eines ordentlichen Lehrers in der unterſten Klaſſe dem Kandidaten Sandberger uͤbertragen, welcher zur Abhaltung ſeines Probekurſus dem Paͤdagogium früher zugetheilt worden war.
Von den beiden zum erſtenmale an einer oͤffentlichen Gelehrtenſchule des Herzogthums angeſtellten Lehrern Dietz und Clauder folgt hier ein von ihnen ſelbſt angegebener, kurzer Lebensabriß:
Friedrich Wilhelm Dietz, geboren den 9ten Juni 1817 zu Dillenburg, erhielt durch Privatunterricht und vom Jahr 1830— 1831 auf dem Paͤdagogium zu Padamar ſeine Vorbildung fuͤr das Gymnaſium zu Weilburg, das er vom Jahr 1831— 1835 beſuchte. Darauf ſtudirte er in Goͤttingen bis zum Herbſte 1837 Theologie und Paͤdagogik und war daſelbſt Mitglied der lateiniſchen exe⸗ getiſchen Societaͤt. Vom Herbſte 1837 bis Oſtern 1838 abſolvirte er auf dem theologiſchen Seminarium zu Herborn die Disciplinen der practiſchen Theologie. Nach beſtandener Staatspruͤfung leitete er ein Privatinſtitut in Diez vom Herbſte
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