Aufsatz 
Einige einleitende Bemerkungen zur Lehre von der griechischen Präposition
Entstehung
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nicht zu verkennen, daß eine ſo abgerundete Sprache, wie die homeriſche, ſchon lange auf den Wogen des Geſanges hin und her gegangen ſein muß, ſchon Zeitalter hin⸗ durch, von denen uns keine Kunde geblieben iſt.)

Darum wandeln ſo viele neuere Sprachen die Subſtantive gar nicht ab, ſon⸗ dern erſetzen dieſe Abwandlungen durch Verhältnißwörter oder durch die verſchiedenen Bildungen des als Vermittler und Träger eintretenden Artikels, und wir glauben mit Sicherheit die Behauptung aufſtellen zu dürfen, daß, je weiter eine Sprache von ihrer Quelle ſich entfernt, je ausgebildeter und vollkommener ſie ſich entfaltet, deſto mehr Verhältnißwörter an die Stelle der Flexionsformen getreten ſind.

Beſtätigung für dieſe unſere Behauptung finden wir in allen abgeleiteten neueren Sprachen. Wie wenige Flexionsformen ſind unſerer Mutterſprache und ihren Mund⸗ formen übrig geblieben! In den Romaniſchen Sprachen ſind faſt alle Flexionsformen erſtorben und dieſe können nur durch Verhältnißwörter ausgedrückt werden. Auch die hebräiſche Sprache ſcheint anfäͤnglich keine Verhältnißwörter gehabt und ſie ſpäter aus Nominibus gebildet zu haben. 8)

Die litthauiſche und ſlaviſche Sprache entwickelt unſere Genitiv⸗ und Dativ⸗ verhältniſſe in dem weiteren Spielraum, dem ſich vier unterſchiedene Caſus, Genitiv, Dativ, Inſtrumental und Lokativ gebildet haben. In der finniſchen Sprache iſt eine noch größere Caſuszahl enthalten.)

In der neugriechiſchen Sprache iſt für das gemeine Leben der Dativ ſo gut als gar nicht vorhanden und man braucht dafür den Genitiv oder Accuſativ, was zur lebendigen Anſchauungsweiſe dieſes Volks älterer und jüngerer Zeit, die nichts Todtes oder Regungsloſes erkennt, ſehr wohl paßt. ¹⁰)

Die Subſtantive konnten aber durch ihre Flexionsformen die Verhältniſſe nur im Allgemeinen ausdrücken, nicht aber die mannichfaltigen Nüancirungen derſelben,

) Hartung's gr. Gr.§. 655.

Geſenius heor. Gr. ed. II,§. 89, p. 100. Ritz I. I. p. 11.

*) J. Grimm a. a. O.

*3) Vergleichende Grammatik der neu⸗ und altgriech. Sprache. Braunſchw. 1825, p. 10.