Aue aͤußeren Erſcheinungen, d. h. alle Gegenſtände der Sinne ſind im Raume und in der Zeit vorhanden und ſtehen nothwendig in Verhältniſſen beider.—)
Der erſte Menſch iſt ein ſinnlicher; ſeine inneren und äußeren Anſchauungen gehören zunächſt den Dingen im Raume und in der Zeit. Die Sprache, als die ſubjective Bezeichnung aller wahrgenommenen und wahrnehmbaren Objecte, beſchränkt ſich darum zunächſt auf die Darſtellung der verſchiedenartigſten Dinge in dieſen beiden Anſchauungsformen und ihrer Verhältniſſe zu einander. Ebenſo gehören Kinder ganz der Sinnlichkeit an, und ſind, indem ſie nach Schein und Schall eigene Wörter ſich bilden, die erſten Sprachbildner ³)
Ein weiterer Schritt iſt die Vorſtellung von Urſache und Wirkung, daß der Menſch ſich das Entſtehen eines Dings nicht denken konnte, ohne zugleich eine Urſache vorauszuſetzen, woraus oder wodurch daſſelbe entſtanden.
Beim Erforſchen und Eindringen in die innere Bildung des kunſtvollen Sprach⸗ bau's müſſen wir darum zuerſt die beiden genannten Grundformen menſchlicher An⸗ ſchauung in's Auge faſſen und von ihnen auf die mannichfaltigen Vorſtellungen von Urſache und Wirkung übergehen. Wollen wir aber dabei nicht irren, ſo müſſen wir die Begründung und Erklarung der Sprachtheile und ihres Zuſammenhangs nicht im Objectiven ſuchen— wie Viele irrig gethan— ſondern aus der ſubjectiven Anſchauung des menſchlichen Geiſtes die geheimen Wege ihrer Bildung aufzuſuchen ſtreben und ſehen, in welche Formen der Geiſt ſeine Anſchauungen ausprägte. 0
²) Weitere Ausführung davon ſ. in Kant's transſcend. Elementarlehre§. 6, c.— C. D. Snell's Metaphyf. 2. Aufl., p. 15. Becker's deut. Sprachbildung, 1824.§. 9.
*) Ob Plato(im Sympos. 210, A.) in den Worten:„Aex„æο τν σνσυ οντα ν rodτo 70 O⁴,ν⅜ᷣα dςορνμεαοα uμ νέοων Ʒτa Terui rt rd ἀeuæra darauf hingedeutet habe, laſſe ich dahingeſtellt ſein. Hartung über den Caſus p. 1 und 5:„Die ſinnliche Wahrneh⸗ mung geht überall voraus. Dieſer dient darum auch die Sprache früher, als der geiſtigen.“
*) Fr. Wüllner's Bedeutung der ſprachlichen Modi und Caſus. Münſter 1827. 8. p. 1.


