peindre, joindre, sowie die nicht ins Neufranzösische übergegangenen Infinitive terdre, sordre; terner tordre und mit gleichzeitiger Vokalisierung des lin u soudre(Comp. ab-dis- ré-soudre) und moudre. Nach dem Vorbild von plaindre etc. nahmen auch die Stämme auf-m wie trem(e)re und gem(e)re statt des euphonischen b. das sonst immer(cf. numſ(e)rus- nombre) und im Altfranzösischen auch bei ihnen den UÜbergang von m zuer vermittelt, das euphonische-d- an und trem(e)re wurde zu craindre, gemere zu geindre. Dasselbe geschah endlich mit dem in seiner Art einzigen Verbum coudre von co(n)s(ueyre, das im Infin. die Betonung des Ind. côns(uo) annahm; d als letzter Stammkonsonant fiel aus; so wurde aus cred(é)re, rid(é)re(für ridere), occid(é)re, claud(è)re, clud(è)re: croire, rire, occire(afr.), clore, clure(inclure, exclure); b, das zunächst vor-re zu v wurde, verschwand gleichfalls, und so wurde aus bibere: boivre und boire, aus scribere: escrivre und écrire; g und c nach vorhergehendem Vokal fielen gleichfalls aus, und so entstanden aus den lateinischen Infinitiven le(gé)re, tra(gé)re(für trahére), fri(gé)re, stru(ge)re für struere die französischen Infinitive lire, traire, frire, Struire(con- in- de-struire), aus fa(cé)re, di(cé)re,-fi(cé)re, ta(cé)re(für racere), placlé)re(für placère), du(cé)re, no(cé)re(für nocere), co(kéhre(co(qué)re)-die französischen Infinitive faire, dire,-fire(con-suffire), taire, plaire, duire,(con- sé- pro- etc. duire), nuire, cuire, aus seqv(e)re(für sequere, dieses für sequi) afr. sevre, sivre, sieure, ufr. suivre; aus pascſe)re, nascſe)re(für nasci), cognosc(e)re, paresc(e)re(für klass. parere erscheinen), tex(e)re(tecs(eyre) und ess(e)re(für esse) entstanden, durch Einschub des eupho- nischen t, die Infinitive paitre, naitre, connaitre, paraitre, tistre(s. S. V) und éêtre.
Die in dem bisher Gesagten erwähnte Tendenz des Altfranzösischen im Anschluſs an das Lateinische einen Umtausch in den Infinitivendungen vorzunehmen, hielt sich im ganzen in engen Grenzen. Einen viel umfassenderen Gebrauch dieser Anderung unternahm die gelehrte Bildungsperiode der französischen Sprache, welche nach dem völligen Abschluſs der volksmäſsigen Bildungsperiode am Ende des 12. Jahrhunderts einsetzte, bis ins 17. Jahrhundert reichte und besonders im 16. Jahrhundert den Conjugationswechsel vollzog. Hier aber waren es nur die Infinitivendungen auf-ir und besonders die auf-er, welche die Sprache bevorzugte, und zwar besonders wiederum Infinitive von zusammengesetzten Verben. So gingen von lateinischen Infinitiven der sogenannten 2. Conjugation auf-ore: abolere(abolir), resplendere(resplendir), von solchen der sogenannten 3. Conjugation auf Sre agere(agir), regere(régir), applaudere(applaudir), currere(courir und Comp. ac- con- dis- en- par- re-se-courir), quaerere(quérir, Comp. ac- con-(s!)en- re-quérir), ben(edic)ere (bénir) in die Conjugation auf-ir, von lateinischen Infinitiven auf-êre exercere, persuadere, absorbere, von solchen auf-ére u. a.: scandére, cedére, exigére, negligére, succumbère, existére, percutére, suggerère, praeferére für praeferre in die Conjugation auf-er über und wurden zu exercer, persuader, absorber, zu scander, céder, exiger, négliger, suc- comber, exister, percuter, suggérer, préférer etc. Durch diesen gelehrten sprachbild- nerischen Prozeſs wurden dem Neufranzösischen eine groſse Anzahl von meist zusammen- gesetzten Verben gewonnen, um die das Altfranzösische ärmer war als der lateinische Sprachschatz, in seiner Gesamtheit betrachtet. Die Gründe davon lagen entweder darin, daſs sie schon in der lateinischen Vulgärsprache, vermôge ihrer zu abstrakten Bedeutung gar nicht vorhanden waren oder besonders darin, dafs sie für den UÜbergang ins Altfranzösische eine zu wenig handliche, den sprachlichen Bildungsgesetzen desselben sich nicht bequem genug anpassende Form boten, endlich auch bei sehr vielen einfachen Verben darin, daſs


