Aufsatz 
Pytho's Gründung : ein nomischer Hymnos, aus dem homerischen Hymnos auf Apollon ausgeschieden und übersetzt / vom ... C. F. Creuzer
Entstehung
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VI van Lennep fanden die ganze sache kaum der erwähnung würdig. Dadurch bewogen brachte sie G. Hermann im jahr 1844 abermals in auregung, jedoch umsonst. Sein ProgrammDe Hesiodi theogoniae forma antiquissima welches etwa 780 verse des gedichts in fünfzeilige strophen ordnet, fand, so viel ich weiss, in den kritischen blättern und bei dem philologischen publicum durchaus nicht den beifall, auf welchen es wegen seines scharfsinns und seiuer gründ- lichkeit mit recht anspruch machen konnte.

Fragen wir nun nach der ursache eines solchen unglaubens, so ist diese wohl neben der ehrenwerthen anhänglichkeit an das scheinbar erprobte alte hauptsächlich in dem misstrauen zu suchen, welches die meisten menschen gegen alles hegen, was ihnen nicht ganz fertig und vollendet entgegentritt. Eine solche vollendung ist aber in so schwierigen untersuchungen, wie die vorliegende, nur dadurch zu erreichen, dass alle, welche lust und liebe zu einem solchen geschäfte haben, die dunkele sache wiederholt von allen seiten beleuchten. Dies habe denn auch ich gethan und glaube dabei nicht allein an der Theogonie, sondern auch an einigen andern pseudo-epischen gedichten, welche sich in fünſzeilige strophen theilen lassen, eine eigenthümliche erscheinung bemerkt zu haben, durch welche, wenn sie begründet geſunden würde, die kritische sonderung der ächten und interpolirten theile sehr erleichtert und auf einen hohen grad von eviden gebracht werden kann. Ich glaube nehmlich entdeckt zu haben, dass solche ge- dichte durch stärkere einschnitte des sinnes in mehrere symmetrische capitel oder gesänge zerfallen. Diese bestehen entweder wie im nachfolgeuden hymnos aus ganz gleichen oder wie in der Theogonie aus ungleichen strophenreihen, sind aber in letzterem falle nach einer wunderbar regelmässigen symmetrie ge- ordnet. Diese gedichte beginnen dann ferner mit kurzen eingängen, welche auf chorische aufffihrungen hindeuten und somit den beweis liefern würden, dass wir hier nomische hymnen d. h. strophische, allein aus daktylischen hexametern bestehende, gesänge vor uns hätten.