Aufsatz 
Beiträge zur Erklärung des Sallust
Entstehung
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Liv. 27, 18. via quae per tumuli obliqua in axgros ferret.

28, 20. per inaequaliter eminentia rupis. so dass rupis aspera gleichbedeutend wäre mit rupem asperam. Es kann jedoch auch von ihm nicht geläugnet werden, dass auch diese Lesart noch immer Härte und Auffallendes genug bietet, und einige Erklärer meinten deshalb, dass vielleicht die Lesart eines Codex rupem asperam oder die in andern sich findende rupes asperas geradezu aufzuehmen sei. Durch das dabeistehende dextra und durch Ueber- sehen der Abbreviatur des m oder s hätten die Abschreiber leicht zu der immerhin schweren Lesart rupe aspera gelangen können, wobei jedoch immer auffallend bleibt, wie der verhältnissmässig leicht verständliche Ausdruck nur durch Nachlässigkeit der Abschreiher in den viel schwerer zu erklärenden verändert werden konnte.

Dass Sallust mit den Ausdrücken sinistros und ab dextra wechselte, fällt wohl am wenigsten auf, wenn man daran denkt, dass Sallust die Häufung der beiden Adjectiva vermeiden wollte, was bei der Lesart rupem aperam noch härter wäre, und dass, wenn Sallust das Adjectivum aspera substan- tivirt, dieses doch nicht soweit die Natur eines Substantivs annehmen konnte, um ein attributives Adjectiv zu sich zu nehmen, sondern entweder durch ein Adverbium, wie bei der oben erwähnten Stelle Liv. 28, 20. auch geschehen ist: per inaequaliter eminentia rupis, oder durch einen präpo- sitionellen Ausdruck erweitert werden musste. Sallust war daher genöthigt, das dem sinistros ent- sprechende Attribut durch einen andern Ausdruck zu ersetzen, wie es in ähnlicher Weise auch Jug. 50, 4 vorkommt: Numidae, alii postremos caedere, pars a sinistra ac dextra tentare, wo diese Nöthigung nicht einmal vorliegt.

KviGala scheint mir bei der Erklärung der Stelle das Richtige getroffen zu haben, wenn er sagt, dass Sallust hier mit Absicht den Ausdruck rupe aspera gewählt habe(ohne Rücksicht auf die durch die gleichlautende Form entstandene Zweideutigkeit, wie auch Cat. 35, 1. egregia tua fides re cognita), indem derselbe durchaus nicht gleichbedeutend sei mit rupem asperam oder rupes asperas. Denn er wollte offenbar nicht sagen, dass die Ebene gleichsam wie von Wänden auf der linken Seite durch Berge, auf der rechten Seite durch Felsen eingeschlossen gewesen sei, sondern nur auf der linken Seite zog sich eine solche Bergwand hin; auf der rechten Seite waren auch nicht rauhe Felsen(denn ob die Felsen rauh oder glatt waren, war wohl für die Aufstellung des Heeres gleichgültig), sondern die Gegend auf der rechten Seite war rauh durch einzelne sich dort erhebende Felsen, die immerhin die Ausdehnung des Heeres verhinderten und Catilina zwangen, sein Heer in der erzählten Weise aufzustellen.

VI.

Jug. 18, 9. Medi autem et Armendii accessere Libyes.

Anstatt des Nominativs Medi autem et Armenii, den Fabri, Kritz und Jakobs aufgenommen haben, ziehen Jordan, Dietsch und Gerlach die in vielen Handschriften stehende Lesart Medis autem et Ariheniis vor. Sallust gebraucht das Verbum accedere= sich nähern, herzutreten, an den drei Stellen, wo er es mit einer Person verbindet, mit dem Accusativ:

cf. Jug. 62, 1. is, ubi primum opportunum fuit, Jugurtham anxium et miserantem fortunas suas accedit. 71, 5. Nabdalsa Jugurtham placandi gratia accedit. 97. 3. eo praemio illectus Bocchus cum magna multitudine Jugurtham accedit. Tacit. Hist. 3, 24. ut quosque accesserat. Bei Ortsangaben findet es sich einmal mit dem Accusativ: cf. Jug. 20, 3. pleraque loca hostiliter cum equitatu accedit.