7 worden waren. Obwohl die Oligarchen, wenn auch durch harte Mittel, den Staat in Ruhe zu halten suchten, so ging dies doch nicht ohne Kämpfe ab, und da bei diesen Anstrengungen der Gegner oft die Sachlage bedenklich wurde— dubiis rebus—, so erwachte die Hoffnung eine Aenderung herbei- führen zu können, und der alte Kampf entbrannte von neuem. Es ist deshalb auch die Lesart no- vandi der anderen von einigen vorgeschlagenen novandis vorzuziehen, und dubiis rebus als absoluter Ablativ aufzufassen.
V. Cat. 59, 2. Nam uti planities erat inter sinistros montis et ab deætra rupe aspera.
Die meisten Handschriften haben rupe aspera, einige rupes aspera, andere rupes asperas, eine rupem asperam; Kritz will rupis aspera ändern. Die Erklärung der Stelle ist ziemlich schwer und der Ausdruck, den Sallust hier gebraucht, bei jeder Erklärungsweise auffallend, wenn auch der Sinn der ganzen Stelle leicht zu verstehen ist. Catilina stellt sein Heer nach Massgabe der Oertlichkeit und der Truppenzahl auf in einer Ebene, die auf der linken Seite von Bergen, auf der rechten Seite von Felsen begrenzt wurde, so dass nach beiden Seiten hin eine Ausdehnung der Schlachtreihe nicht möglich war. Der Satz mit uti drückt die Umstände aus, unter welchen die Aufstellung erfolgte. Es kragt sich nun, wie aspera aufzufassen sei, ob, wie Herzog und Gerlach wollen, als Nominativ fem. zu planities gehörig oder als Accusativ plur. neutr., abhängig von dem vorausgehenden inter. Gerlach erklärt: planities erat a sinistra montibus inclusa et a dextra rupe(d. h. propter rupem) aspera und motivirt diese Erklärung damit, dass es eine Eigenthümlichkeit Sallusts sei, mit dem Ausdrucke zu wechseln. Anstatt zu sagen: uti planities erat inter sinistros montes et rupem asperam a dexrtra, habe er bei dem ersten Gliede die Präposition gesetzt, um die Lage der Oertlichkeit zu bezeichnen, bei dem zweiten Gliede aber ein Adjectivum, aspera, welche beide zusammen das Prädicat bildeten. Er bezieht also inter nur auf sinistros montes. Diese Auffassung ist jedoch durchaus nicht zu billigen, denn eine Ebene kann doch wohl nicht zwischen auf der linken Seite liegenden Bergen liegen und auf der rechten Seite rauh sein. Wenn Sallust die Präposition inter gebraucht, so muss unbedingt ein zweites Glied erwartet werden, das ebenfalls von inter abhängt, und zwischen welchem und den Bergen die Ebene sich befand. Auch ist der Ausdruck:„die Ebene war auf der rechten Seite rauh durch Felsen“ sonderbar, denn wenn man einer Ebene die Eigenschaft„rauh“ beilegt, so hört sie eben auf eine Ebene zu sein. Wenn man auch bei Sallust öfters einen auffallenden Wechsel der Construction nachweisen kann, so muss er doch immer in den Grenzen der Logik bleiben, und hier wäre der Wechsel entschieden zu stark. Aus diesen Gründen kann aspera sich nicht auf planities beziehen, sondern muss als das zweite Glied, das ſbei inter zu erwarten ist, aufgefasst werden und zwar als Accusativ plur. neutr. im Sinne von loca aspera, wie bei Sallust und anderen das Neutrum eines Adjectivs öfters in substantivischem Sinne gefunden wird.
cf. Jug. 89, 5. nam praeter oppido propinqua alia omnia vasta, inculta, egentia aquae.
Tacit. Ann. 4, 45. per derupta et avia sequentis frustratus est.
Suet. Tib. 60. quod is a tergo insulae per aspera ac devia erepsisset ad se. Der Sinn wäre demnach: die Ebene war zwischen Bergen auf der linken Seite und Gegenden auf der rechten Seite, die durch Felsen rauh waren. Kritz, der dieser Erklärung folgt, nahm jedoch An- stand an dem bei dem substantivirten Neutrum stehenden causalen Ablativ rupe und veränderte des- halb die Lesart in rupis, wie allerdings oft bei solchen substantivirten Neutris von Adjectiven ein Genetiv gefunden wird, 4
cf. Sall. fragm. II, 18. inter laeva montium et dextrum flumen Turiam(wofür jedoch Dietsch
die Lesart inter laeva moenia vorzieht).


