Aufsatz 
Beiträge zur Erklärung des Sallust
Entstehung
Einzelbild herunterladen

-4⁶.

unter seiner Leitung an der Anstalt unterrichtet haben, als Freund und Rathgeber zu dauerndem Dank verpflichtet.

Als der hochverehrte Greis am 31. März von der Schule schied, welcher er die Kraft seines ganzen Lebens gewidmet hatte, geleitete ihn die ehrenvollste Auszeichnung Sr. K. Hoheit des Gross- herzogs, die liebevollste Anhänglichkeit und Dankbarkeit aller Lehrer und Schiüler, und die ungetheilte Hochachtung seiner Mitbürger.

Indem wir dem verehrten Manne den Dank der Anstalt öffentlich aussprechen, wünsc hen wir ihm nicht nur einen ruhigen und ungetrübten Feierabend seines reichen Lebens, sondern geloben ihm auch, dass wir nach Kräften bemüht sein werden, das Gute zu wahren und zu pflegen, welches er in einer langen Reihe von Jahren gepflanzt hat. Der Unterzeichnete übernahm die Direction am 1. April, wurde aber erst mit Beginn des Sommersemesters, am 27. April, im Auftrage des Ministeriums von dem Oberschulrath Dr. Becker vor versammelten Lehrern und Schülern in sein neues Amt ein- geführt. Ueber seinen Lebensgang und seine früheren amtlichen Stellungen erlaubt er sich in Kürze folgende Data anzuführen.

Andreas Christoph Weidner wurde geboren am 21. April 1839 zu Hof in Oberfranken. Er besuchte dort in den Jahren 1852 57 das Gymnasium, und widmete sich hierauf in Erlangen und München dem Studium der Philologie und Geschichte. Nachdem er im Herbst 1861 die Concursprüfung in München bestanden hatte, gewährte ihm die Liberalität K. von Halm's ein Jahr lang volle Freiheit und Gelegenheit zur Benutzung griechischer und lateinischer Handschriften aus München, Bamberg und St. Gallen. Um dieselbe Zeit promovirte er in Erlangen auf Grund der Abhandlung Parerga critica de arte interpretandi. Im September 1862 erhielt er eine Hülfslehrerstelle, Ostern 1863 die 3. ordentliche Lehrerstelle am Gymnasium zu Cleve. Im Herbst 1863 wurde er als ordentlicher Lehrer extra ordinem an das Friedrich-Wilhelms-Gymnasium zu Cöln, Ostern 1866 als Conrector an das Domgymnasium zu Merseburg, endlich im Herbst 1869 als Professor an das Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg berufen, wo ihm neben dem Unterricht in den obersten Classen zugleich die philologische Unterweisung der Candidaten im dortigen Convict übertragen wurde. Im Herbst 1873 übernahm er die Direction des Gymnasiums zu Giessen, welches Amt er auf Wunsch des Mi- nisteriums des Innern Ostern 1876 mit seiner jetzigen Stellung vertauschte. Erschienen sind von ihm ausser einigen Abhandlungen in philologischen Zeitschriften: Criticae Seriptiones, Cöln, 1864; Beiträge zu lateinischen Stilübungen, Duisburg 1865; Quellenbuch zur Römischen Geschichte 1. 3. Theil, Leipzig 1867 68, 2. Auflage, 1875 76; C. Naegelsbachii vita ac disciplina, Leipzig 1868; Com- mentar zu Vergil's Aeneis III, Leipzig 1869; Commentariolum Horatianum, Merseburg 1869; Vin- diciae Horatianae, Gratulationsschrift 1870; Recension des Martinus Dumiensis, Magdeburg 1871; Ueber die Interpolation in Cicero's Officien, Magdeburg 1871; Aeschinis in Ctesiphontem or. recensuit ex- plicavit, Leipzig 1872; Aeschinis orationes rec., Berol. 1872; Juvenalis saturae erklärt, Leipzig 1873; Zwei Programme über Aeschines, Dinarchos und Thukydides, Giessen 187475.

Durch Ministerial-Verfügung vom 3. April d. J. wurde der Gymnasiallehramts-Accessist Dr. Forbach aus Giessen mit der Vertretung des leider schwer erkrankten Gymnasiallehrers Dr. Hugo Saur beauftragt. Auch für das bevorstehende Wintersemester ist noch keine Aussicht vorhanden, dass Herr College Saur seine amtlichen Funktionen wieder übernehmen kann.

Mit Schluss des Semesters wird einer unrerer verdientesten Collegen, Professor Dr. Zimmer- mann, die Anstalt verlassen. Wie für seine langjährige Thätigkeit immer das ernsteste Pflichtgefühl bestimmend war, so hat er auch jetzt in gewissenhafter Erkenntniss, dass seine physischen Kräfte zur Ausübung des schweren Lehrerberufs in den obersten, jetzt leider überfüllten Klassen nicht mehr aus- reichen, um Versetzung in den Ruhestand nachgesucht, und des Grossherzogs Kgl. IIoheit haben diesem Gesuch unter der ehrenvollsten Anerkennung seiner langjährigen Verdienste huldvollst entsprochen.