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die Essener Denkmäler und der Heliand gegenüber. Sodann verweist Collitz ganz besonders auf die st Präterita onsta u. s. w., die sich im Heliand und im Beichtspiegel finden. Da uns aber in ihrer Geschichte vieles unklar und unbestimmt ist, so können sie überhaupt nicht zur Beweisführung herangezogen werden. Ebensowenig beweisend ist der Nasalausfall vor den tonlosen Spiranten th, s. f, der ja auch in Namen aus anderen sächsichen Quellen zu verfolgen ist, bei denen von poetischem Stile nicht geredet werden kann. Völlig verfehlt, ist sein Versuch, die im Heliand vorkommenden Dative sg. masc. und ntr. der starken Adjektivflexion auf— on un(—om— um) als niederfränkisches Jdiom zu erklären. Er verweist zwar auf Schlüters Untersuchungen zur altsächsischen Sprache S. 113— 129, trotzdem Schlüter die Doppelformen auf— mu— mo und—m— un—on so er- klärt, daß„in der Endung—m und— un—on nur eine der Form auf — mu(—mo) gleichberechtigte und gleichaltrige Nebenform des dat. sg. gesehen werden kann, die nicht durch Kürzung aus—mu entstan- den ist sondern ihren eigenen Ursprung hat und ihre dialektischen Grenzen gehabt haben muß“(S. 121). Diese seine Ansicht beweist Schlüter in überzeugender Weise, mithin kann das kurze Suffix nicht als niederfränkische Besonderheit angeseheen werden. Auch die nieder- deutschen-burg Orte zieht Collitz zur Stütze seiner Theorie heran, indem er sie eher als„eine Eigenschaft des älteren poetischen Stiles denn als einen besonderen Sprachgebrauch des Heliand- dichters“ aufgefaßt wissen will. Es genügt nur an die Urkunden zu erinnern, die wahrhaftig wenig von der poetischen Sprache an sich haben. ¹*
Veranlaßt durch die Meinungsverschiedenheiten des Ursprungs der obenerwähnten altsächsischen Sprachdenkmäler in den Essener Handschriften, die jetzt in der königlichen Landesbibliothek zu Düsseldorf aufbewahrt werden, und deren Einbeziehung in die Heliandforschung suchte ich in der erwähnten Arbeit, zunächst die Heimat der kleineren altsächsischen Sprachdenkmäler zu bestimmen: es wurde Essen als ihr Heimatsort nachgewiesen. Gestützt auf die sprachlichen Eigentümlichkeiten suchte ich im zweiten Teile nach weiteren Beweisen für die Heimatbestimmung des Heliand. Im Laufe der Untersuchung kam ich zu der Überzengung, daß
1. Conradi a. a. O. S. 26 ff.


