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aber ausgezeichneten Werkes(discourse on the study of natural philosophy§§ 163— 168) gewidmet. Mill hat es von ihm aufgenommen und dazu benutzt, ſeine 4 Methoden zu erklären.
Auch Apelt behandelt es mit einiger Ausführlichkeit und glaubt daran zeigen zu können, mit welcher Sicherheit die Induction nach leitenden Maximen einen Begriff ſuche, welchen die Hypotheſe nur aufs Gerathewohl annehme oder nach Wahrſcheinlichkeit beſtimme.
Whewell dagegen hält dieſe Unterſuchung, in welcher Herſchel und Mill und Apelt eines der ſchönſten Beiſpiele inductiver Forſchung ſehen, für gar nicht inductiv. Denn wenn ſie auch oft als eine Original⸗Entdeckung gelobt worden ſei, ſo habe ſie doch nur das Phänomen des Thaus auf ſchon bekannte Wahrheiten zurückgeführt. Es war den Meteorologen im letzten Jahrhundert bekannt, daß die Feuchtigkeit, welche in unſichtbarem Zuſtand in der Luft ſich befindet, durch Kälte zu Waſſer verdichtet werden kann, und es war beobachtet worden, daß ſich Waſſer in feinen Tröpfchen auf Körpern zeigt, deren Temperatur man unter die Temperatur der Atmoſphäre gebracht hat. Dieſe Sätze waren in England nicht allgemein bekannt, bis Dr. Wells ſie in ſein Werk über Thau aufnahm, und er ſelbſt iſt zu ihnen zum großen Theil durch ſeine eignen Experimente und Schlüſſe geführt worden. Seine Erklärung wurde mit großem Scharfſinn begründet und iſt eine ſehr elegante Be⸗ ſtätigung der Theorie der conſtituirenden Temperatur; aber auch nicht mehr. Eine noch ſo elegante Beſtätigung ſchon bekannter Wahrheiten iſt keine Entdeckung einer neuen Wahrheit, folglich keine Induction.
Hier kommen wir zu dem wichtigſten Differenz⸗Punkt zwiſchen Mill und Whewell, zur Ent⸗ ſcheidung der Frage: Wird in der Induction eine neue Vorſtellung eingeführt oder nicht? Whewell bejaht ſie. Die Induction ſammelt allgemeine Wahrheiten aus einzelnen Thatſachen und in ihrem Herbſt ſind das Korn und der Schnitter, die Aehren und das umſchlingende Band gleich nothwendig. Die einzelnen Thatſachen ſind nicht blos vereinigt, ſondern es iſt der Combination ein neues Element durch den Act des Denkens, durch welchen ſie combinirt werden, hinzugefügt worden. Wenn die Griechen, nachdem ſie lange die Bewegungen der Planeten beobachtet hatten, ſahen, daß dieſe Bewegungen betrachtet werden konnten als durch die Bewegung eines Rades an der Innenſeite eines andern Rades hervorgebracht, ſo waren dieſe Räder Schöpfungen ihres Geiſtes, die ſie den durch die Sinne wahr⸗ genommenen Thatſachen hinzufügten. Aber ſogar wenn dieſe Räder nicht mehr als materiell ange⸗ nommen, ſondern auf geometriſche Kugeln und Kreiſe reducirt würden, ſo waren ſie nichtsdeſtoweniger Producte des Geiſtes— etwas den beobachteten Thatſachen Hinzugefügtes. Dasſelbe iſt der Fall bei allen unſeren Entdeckungen. Die Thatſachen ſind bekannt, aber ſie ſind ſo lange unverbunden, bis der Entdecker aus ſeinen eigenen Mitteln das Princip des Zuſammenhangs liefert. Die Perlen ſind da, aber erſt wenn Jemand die Schnur liefert, werden ſie zuſammenhängen. Die Entfernungen und Umläufe der Planeten waren eben ſo viele einzelne Thatſachen; durch Kepler's drittes Geſetz ſind ſie zu einer einzigen Wahrheit verbunden, aber die Vorſtellungen, welche dieſes Geſetz einſchließt, wurden durch Kepler's Geiſt hinzugefügt und ohne dieſe halfen die Thatſachen zu nichts. Die Planeten beſchrieben Ellipvſen um die Sonne in den Augen Anderer ſo gut wie in den Augen Newton's; aber Newton faßte die Abweichung von der Tangente in dieſen elliptiſchen Bahnen in einem neuen Lichte auf, als die Wirkung einer Centralkraft, die einem gewiſſen Geſetze folgt, und erſt da wurde eine ſolche Kraft wirklich entdeckt. So wird in jeden Inductionsſchluß eine allgemeine Vorſtellung eingeführt, welche nicht von den Erſcheinungen, ſondern von dem Geiſt gegeben iſt. Der Schlußſatz iſt nicht in den Prämiſſen enthalten, ſondern ſchließt ſie durch die Einführung einer neuen Allgemeinheit ein. Um unſern Schluß zu erhalten, gehen wir über die Fälle, welche wir vor uns haben, hinaus; wir betrachten ſie als bloße Exemplificationen eines idealen Falls, in welchem die Beziehungen vollſtändig


