Aufsatz 
Einleitung zur Geschichte der vier Grafen von Nassau auf dem Erzstuhle von Mainz
Entstehung
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nommen. Der Erfolg dieſer Uebungen, für welche die Schüler eine große Vorliebe kundgaben, darf ſchon jetzt. obgleich das Exercieren im Freien gerade im verfloſſeuen Sommer durch bäufiges Regenwetter ſehr gehemmt wurde, als ein recht befriedigender bezeichnet werden und durch dieſelben hat neben den Vortheilen, welche für den Körper durch Steigerung der Kraft und Gewandtheit erzielt wur⸗ deu, auch die äußere Haltung der Schüler in ſichtbarer Weiſe gewonnen. Dem miliitäriſchen Exercieren wird an dem Gymnaſium auch fernerhin die eifrigſte Fürſorge zu⸗ gewandt bleiben und neben demſelben auch das Turnen in angemeſſenem Verbältuiſſe betrieben werden.

Die Schüler der vier unteren Claſſen füllten einen Theil ihrer Erholungszeit auf dem Turnplatze mit Turn⸗ und anderen Jugendſpielen, aus, welche in den erſten Wochen des Schuljahres durch die Primaner Hannappel, Loſ⸗ ſen, Schellenberg und den Sccundauer Joſeph Jamin eingeübt worden waren

Eine weitere Vermehrung ſeiner Mittel für die körper⸗ liche Ausbildung der Schüler wurde dem Gymuaſium durch Einrichtung einer Winter⸗Turnanſtalt zu Theil, für welche von Herzoglicher Landesregierung die erforderlichen Mitiel mit gewohnter Bereitwilligkeit bewilligt worden waren. Da die Herſtellung und Beſchaffung aller nöthigen Apparate des neuen Turnſaales ſich wider Erwarten ver⸗ zögerte, ſo konute das Winterturnen, zu welchem vorläufig 60 Schüler der vier oberen Claſſen herangezogen ſwurden, erſt in der Mitte Decembers beginnen.⸗Die Uebungen, an welchen ſich die Schüler mit ſehr regem Eifer betheiligten, wurden zweimal wöchentlich in den Abendſtunden durch

den ſeitherigen Turnlebrer, Collaborator Dr. Krebs, ge⸗ leitet, welcher in der Beaufſichtigung jedesmal durch einen Lehrer des Gymnaſiums unterſtützt wurde. Der Bericht⸗ erſtatter hofft, daß ſchon im kommenden Winter die Theil⸗ nabme aller Schüler am Winterturnen ſich werde er⸗ möglichen laſſen.

Zu beſonderer Freude gereicht es dem Unterzeichneten, berichten zu können, daß die Einfriedigung des Turn⸗ platzes, deren Ausführung eine Reihe von Jahren bindurch fortwährend auf Hinderniſſe geſtoßen war, durch die Für⸗ ſorge der hohen vorgeſetzten Behörde im verfloſſenen Herbſte in erwünſchter Weiſe vollendet wurde. Innerbalb des Ein⸗

friedigungsgeländers wurde der Platz durch eine Weißdorn⸗ becke und 30 ſtattliche Kaſtanienbäume eingefaßt und gleich⸗ zeitig eine nochmalige Planirung und Säuberung desſelben vorgenommen. Die Aufſtellung mebrerer noch fehleuder Gerüſte wird für das nächſte Frühjahr erwartet und mit derſelben die Einrichtung des Turuplatzes, der bei ſeiner günſtigen Lage und Umgebung eine Zierde der Stadt zu werden verſpricht, in erfreulichſter Weiſe beendigt ſein.

Die Schwimmanſtalt des Gymnaſiums wurde zwar auch im verfloſſenen Sommer eröffnet, konnte jedoch wegen der für das Baden höchſt ungünſtigen Witterung faſt gar nicht benutzt werden.

Ein Reitcurſus wurde für 6 Schüter der beiden oberen Claſſen durch den Gymnaſial⸗Reitlehrer Stroh in der auf dem Turnplatze angelegten Reitbahn während des Sommerſemeſters abgehalten. Zur Einrichtung eines Tanzceurſus war im verfloſſenen Winter ein Bedürfniß

nicht vorhanden.

C. Aeſthetiſche Bildung.

Auch in dem verfloſſenen Jahre iſt die Anſtalt beſtrebt geweſen, zur Förderung der Ge⸗ ſchmacksbildung jedes ihr gebotene Mittel in möglichſt ausgiebiger Weiſe zu benutzen und ins⸗ befondere auch in dem äußeren Benehmen der Schüler eine anſtändige Haltung zu erzielen. Ueber die öffentlichen Schulfeierlichkeiten, zu welchen im verfloſſenen Schuljahre auch wieder das in den beiden letzten Jahren aus äußeren Gründen ausgeſetzte Weihnachtsconcert hinzukam, wird unten in der Chronik das Erforderliche mitgetheilt werden. Außer den übrigen Lehr⸗ gegenſtänden, welche zur Belebung und Bildung des äſthetiſchen Sinnes geeignet ſind, wurde dem Geſangunterrichte und namentlich der Ausbildung der beiden Sängerchöre des Gymnaſiums eine ganz beſondere Sorgfalt zugewendet, welche ſchon jetzt durch erfreuliche, von ſachkundigen Beurtheilern anerkannte Leiſtungen der Schüler belohnt worden iſt. Auch in der Folge wird darauf geſehen werden, daß das Gymnaſium, wie es in Sprache und Poeſie ſeine Schüler durch Vorführung des Claſſiſchen ausbildet, ſo auch in ſeinen Geſangproductionen vorzugsweiſe das Claſſiſche repräſentire und alle Tonſtücke, welche nicht, neben Würde und Angemeſſenheit des Inhalts und Charakters, auch durch ihren Kunſtwerth auf Claſſicität Anſpruch machen können, von den Schulfeierlichkeiten des Gymnaſiums ausgeſchloſſen bleiben, wenn ſie auch durch andere Vorzüge ſich bei Geſangvereinen und Liedertafeln eingebürgert haben. Der Unterzeichnete fühlt ſich verpflichtet, bei dieſer Veranlaſſung dem Herrn Conrector Bogler zu Wiesbaden, welcher