Aufsatz 
Einleitung zur Geschichte der vier Grafen von Nassau auf dem Erzstuhle von Mainz
Entstehung
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Erſt als Friedrich von Oeſtreich geſchlagen und die Pfalzgräfin Mechtild todt war, gelang es dem Baiern mit den pfälziſchen Vettern auch die Naſſauer zu begütigen.) Den Gr. Gerlach ermächtigte er, ſein Dorf Wehen, den Gr. Emich Ems und Hadamar zu befeſtigen, und ertheilte für dieſe Orte Recht und Freiheit der Bürger Frankfurt's; dem Gr. Gerlach, welchen der Kaiſer auch gegen Schaden ſicherte, der ihm an ſeinen Leuten durch bisherige Orts⸗ befreiungen entſtehen mochte, ſetzte er ferner 4010 Pfd. als Pfandſchaft auf den Zoll zu Kaub.*) Für die Dienſte, welche bald darauf Gerlach und Emich, ſowie deſſen Sohn Johann in Italien leiſteten, ſpendete Ludwig abermals neue Gnade, namentlich dem Gr. Gerlach das Recht, in Wiesbaden ewiglich Hellermünze ſchlagen zu dürfen, wie man ſie ſchlage zu Frankfurt und andern Reichsſtädten, und ſpäter(1336) verlieh er ihm wegen ſeiner treuen Dienſte ein ewiges Ueberfahrt zu Biebrich über den Rhein und bald darauf die beſondere Gnade, daß er, wenn er in ſeiner Herrſchaft Silbererz finde, dieſes von ihm und dem Reiche ewiglich zu Lehen haben ſolle*): Beweis genug, wie viel dem Baiern an dem guten Willen der Naſſauer gelegen war, und welches Anſehen dieſe ſich begründet hatten. Vielfach erledigte Gerlach laut kaiſerlicher Voll⸗ macht Reichsgeſchäfte und wurde 1338 von den zu Speier verſammelten Fürſten als Abgeord⸗ neter mit dem Biſchof von Chur nach Avignon geſchickt, um einen neuen Verſuch zu machen, Ludwig's Ausſöhnung mit der Kirche zu erwirken. Hat nun auch dieſe Geſandtſchaft nicht den erwarteten Erfolg gehabt, ſo war die Bekanntſchaft, welche die Kurie mit unſerm Grafen machte, gewiß nicht ohne Mitwirkung bei der Wahl eines Gegenerzbiſchofs von Mainz. Als daher Hein⸗ rich von Virneburg die Sache der Kirche verließ und trotz aller Abmahnungen die engſte Ver⸗ bindung mit Ludwig unterhielt, während dieſer es faſt mit Allen verdarb, war die Zeit gekommen, daß unſer Grafenhaus nicht bloß ſeinen Einfluß in dem benachbarten Erzſtift erneuern, ſondern der Erzſtuhl ſelbſt mit einem Naſſauer Grafen beſetzt werden ſollte.

¹) Kopp a. a. O. S. 8. ¹) Böhmer. R. L's., N. 597, 676, 652, 713.*) Ebendaſ. No. 1050, 1770, 1805.