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ſich nach Albrecht's Tode dem neu aufſteigenden Stern der Luxemburger zuwandte, legte er den Grund zu dem nicht mehr endenden Zwiſt ¹) mit ſeinem Bruder Ludwig, bei deſſen Wahl zum römiſchen König er als heftigſter Gegner auftrat. Er blieb bis zu ſeinem Tode ein Anhänger des Habsburgers. In den dadurch entſtandenen Streitigkeiten ſehen wir die Pfalzgräfin ſtets an ſeiner Seite. Sie floh mit ihm nach Wien und erduldete alle Drangſale, die Ludwig durch Beraubung ihrer Beſitzungen über ſie verhängte. Als Rudolf in der Verbannung geſtorben, fand ſie für ſich und ihre Söhne Adolf, Rudolf und Ruprecht einen tüchtigen Vormund in ihrem Vetter, dem Gr. Johann von Naſſau ²) und verharrte ſtandhaft bis zu ihrem Tod auf oöͤſtreichiſcher Seite. Sie begab ſich in die Pfalz, wo ihr Wittum lag, ſuchte hier die Rechte ihrer Söhne gegen den Oheim zu vertheidigen, verband ſich mit dem kurz vorher zu ihrer Partei übergetretenen Grafen Ludwig von Oettingen, mit deſſen Tochter ſich ihr älteſter Sohn vermählte, und ſchloß ihr tiefbewegtes Leben im Jahre 1323*).
Auch unſere Grafen ſchloſſen ſich bald an das Haus Habsburg an, wozu der verſöhnliche Charakter Albrecht's viel beigetragen haben mag. Der erſte Naſſauer, der urkundlich mit ihm in Verbindung trat, war Emich von Naſſau⸗Hadamar, 1299(30. Jan. ³). Seinem Beiſpiele folgten 1301, als K. Albrecht auf ſeinem Feldzuge gegen die rheiniſchen Kurfürſten wegen der ungerechten Zölle vor Bingen lag, Heinrich, Otto und Johann), und im folgenden Jahre zu Boppard Ruprecht nebſt ſeinem Oheim, dem Erzbiſchof Diether von Trier. 6).
Ruprecht wurde, wie erwähnt, durch allzufrühen Tod den Seinen entriſſen. Von ſeinen noch lebenden Brüdern iſt Walram wenig bekannt worden; er ſcheint auch bald geſtorben zu ſein. Dagegen entwichelte Gerlach ſchon frühe eine außerordentliche Thätigkeit. Gewandt in Unterhandlungen für eigene und Anderer Intereſſen, geſucht als Schiedsrichter bei Streitig⸗ keiten ſeiner Verwandten und fremder Herren, Ordnung und Sicherheit in ſeinen Landen wahrend und fördernd, namentlich durch Abſchließung von Landfriedensbündniſſen, mit Klugheit ſeine Beſitzungen mehrend, erwarb er ſich ein außerordentliches Anſehen. Selbſtſtändig handelnd erſcheint er ſeit 1305, und bereits im folgenden Jahre, nachdem er ſich mit Agnes, der Tochter des Land⸗ grafen von Heſſen, Heinrich d. Ungehorſamen, vermählt hatte, finden wir ihn zu Wien, wo er in Rückſicht auf die von K. Albrecht empfangenen Wohlthaten demſelben allen Groll und Wider⸗ willen aufzugeben und lebenslänglich beizuſtehen verſpricht.“) Und als nach dem Tode K. Hein⸗ rich's VII., für deſſen Sache Gerlach im Gefolge ſeines Schwagers Rudolf mit nach Böhmen gezogen war), die Luxemburgiſche Partei, deren Macht nach dem tragiſchen Ende Albrecht's ſchwer auf dem rheiniſchen Gebiete laſtete, das Wohl des Reichs hintanſetzend durch ihre hartnäckige Oppoſition Deutſchland in die größte Verwirrung ſetzte, traten unſere Grafen mit ihren Ver⸗ wandten und andern Herrn aus der Rheingegend auf die Seite Friedrich's, deſſen Krönung in Bonn ſie anwohnten, Gerlach noch dazu als Bevollmächtigter ſeines Schwagers Rudolf. Ihre Treue und Hilfeleiſtung wußte der Habsburger auf vielfache Weiſe zu belohnen ³⁴), während dagegen Ludwig die Gebiete Gerlach's verwüſtete, lange, wenn auch vergebens, Wiesbaden belagerte*⁰) und zu fernerem Kampfe vorab den Gr. Gottfried von Sayn gewann. ¹¹)
¹) Böhmer, Witt. R. S. 60. ³) Ebendaſ. S. 133. ³) Am 19. Juni, vergl. Böbmer a. a. O. S. 134. *) Böhmer, Reg. 1246— 1313 S. 208. ⁴) Ebendaſ. S. 226. ⁴) A. a. O. S. 233.*) Ebendaſ. S. 374. ) Derſ. Witt. R. S. 60 u. f.*) Derſ. R. L's. S. 171, No. 109, 110; S. 236, No. 14; S. 173, No. 1453 S. 174, No. 156; S. 175, No. 182; S. 176, No. 186. ¹⁰) Gest. Trev. b. Honth.. 831. ¹¹) Böhmer, R. L's. No. 510, 684, 509. Kopp, Geſch. d. eidg. B. V. S. 6 ff.


