Aufsatz 
Einleitung zur Geschichte der vier Grafen von Nassau auf dem Erzstuhle von Mainz
Entstehung
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So harte Schläge das Naſſauiſche Haus auch erlitten hatte, ſo beſaß Adolf's Sohn Ger⸗ lach die Kraft, das Anſehen und die Macht ſeines Hauſes von Neuem zu begründen. Bevor wir darauf näher eingehen, möchte es zweckmäßig erſcheinen, über die Beziehungen unſerer Grafen zu den benachbarten Landesherrn wenige Worte einzuſchalten.

Mit den Erzbiſchöfen von Köln kamen die Naſſauer, nach der Theilung von 1255 vorzüg⸗ lich die Glieder der Ottoniſchen Linie, in vielfache Berührung. Die Gebiete beider ſtießen an der Sieg aneinander, und außerdem hatten die Grafen mehrere Lehen von der Kölner Kirche inne: ein ſpäterer Lehnbrief von 1464 nennt die Dörfer Emmerichenhain, Neukirch und Marien⸗ berg. ¹) Mit dieſen wurde Heinrich I. von Dillenburg 1290 mit Ausſchluß ſeiner Brüder, von denen Emich ausdrücklich auf ſein Recht verzichtete, belehnt, nachdem er zwei Jahre vorher mit Walram und dem ſpäteren König Adolf an der Seite des Erzbiſchofs Siegfried(von Weſterburg) bei Woringen rühmlichſt gegen den Herzog Johann von Brabant geſtritten hatte Siegfried war es auch, der zuerſt die Aufmerkſamkeit der Kurfürſten auf den tapferen Adolf lenkte. Gleiche Dienſte leiſtete Gr. Heinrich I. von Dillenburg 1303 dem Erzbiſchof Wigbold in deſſen Fehde mit den Grafen von der Mark ²), worauf 1308 Wigbold's Nachfolger, Heinrich II. dem Grafen zum Erſatz der erlittenen Verluſte und der nicht gezahlten Subſidien die zum Schloß Wildenburg gehörigen im Gerichtsbezirk Siegen ſeßbaften Kölniſchen Leute für 600 Mark zu Pfand gab. ³)

Noch mehr verband beide Theile mit einander die Gemeinſamkeit der politiſchen Intereſſen nach dem Tode Heinrich's VII.: beide zählten zur öſtreichiſchen Partei. Als daher 1314(9. Mai) Leopold von Oeſtreich mit dem Erzbiſchof Heinrich II. zu Bacharach die Punkte bedingte, welche die Fürſten und Herren in deſſen Gefolge von ſeinem Bruder Friedrich, wenn dieſer zum König gewählt würde, gewährt werden ſollen, erſcheint auch neben den Grafen von Sponheim, Hartrad von Merenberg und Diether von Katzenellenbogen u. a. ein Naſſauer, Graf Johann*), der bereits 1308 alsprepositus s. Florini in Confluentia mit den Brüdern Heinrich und Emich in der Umgebung des genannten Erzbiſchofs, ſo wie auch noch urkundlich 1319, wieder in Ver⸗ bindung mit Hartrad von Merenberg, einem damals angeſehenen Manne, vorkommt. ³) Unter Heinrich's II. Nachfolger, Walram, erhoben ſich zwar einige Streitigkeiten, die jedoch bald wieder beigelegt wurden.

In noch näberer Verbindung ſtanden unſere Grafen von Anfang ihres Auftretens an mit dem Erzſtift Trier. War doch ſelbſt die Burg Naſſau bis in die neueſte Zeit ein Lehen der Trierer Kirche. Dazu kam, daß die Beſitzungen der letzteren ſich von Koblenz her weit in die

An ſeiner Pivilde(Begräbniß), Nie Hercz ward ſo wilde, Hiet es dy Klag gehort, Die der Kunig emport, In mueſt auch klagen, Wo man die Leich ſach tragen, Do gie der Kunig alles mit, Er ward nicht nach dem Sit Peſtatt, als man Graven ſchol, Dy Pivild hiet wol Ain hoher Chunig vergut genomen. ²) Arnoldi, Geſch. v. Or. Naſſ. I, 128.*²) Die Grafen von der Mark, Jülich und Geldern hatten ſich mit K. Albrecht gegen den Erzbiſchof verbunden. ³) Lacomblet. Urkundenb. des Niederrh. III.*) Ebendaſ. 93.*) Ebend. 174.