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mit Tadel zu überhäufen; dagegen die baieriſchen und rheiniſchen Schriftſteller loben ihn, nament⸗ lich ein unbekannter niederrheiniſcher Dichter, der die Schlacht bei Göllheim beſungen hat.¹) Er nennt ihn:
(Ehpn criſten Koninck, ein greue wert,
(E)yn ritter kone, de ſin ſwert.
(In) wines deynſte dicke erzoych.
Stin) eydil herze was ſo hoych,
(Daht ney geyne vndait drin inquam.“ ꝛc.
In dem heißen Entſcheidungskampfe umgaben ihn zunächſt ſein tapferer, erſt an der Schwelle des Jünglingsalters ſtehender Sohn Ruprecht²), ſeine Vetter Heinrich und Emich mit ihren Aufgeboten, ſowie die Herren und Ritter ſeiner Grafſchaft. Vor Allen hervor that ſich Graf Eberhard von Katzenellenbogen, ſein Oheim, ein vielvermögender Staatsmann, der auf die Regierung von drei Königen, Rudolf, Adolf und Albrecht einen bedeutenden Einfluß ausgeübt hat. ³) Von den übrigen Großen des Reichs ſtanden ihm treu zur Seite Pfalzgraf Rudolf, ſein Tochter⸗ mann, und Herzog Otto von Niederbaiern, während der ihm aufrichtig ergebene Erzbiſchof Boemund von Trier zur Schlacht zu ſpät kam. Als die Gegner nach dem Kampf das Schlacht⸗ feld beritten, konnte der Erzbiſchof Gerhard von Mainz— occisi consanguineus et machinator facti⁴)— ſich nicht enthalten laut auszurufen: cor validissimum peritt.
So ging ſeine Regierung ohne nachhaltige Wirkung für das Reich vorüber. Aber ſein Haus hatte nicht blos den Verluſt der Königskrone zu verſchmerzen, ſondern, was für es noch drückender war, es verlor durch den Kampf mit dem Mainzer auf einige Zeit ſeinen ſeitherigen Einfluß auf dieſe Erzdiöceſe. Es bemeiſterten ſich nemlich die Luxemburger der Herrſchaft am Rhein und ſuchten die Naſſauer nicht wieder aufkommen zu laſſen. Dieſes veranlaßte daher letztere, baldigſt auf Seite der Habsburger zu treten.
Von Adolfs Kindern aus ſeiner Che mit Imagina, der Tochter Gerlach's I. von Limburg ſtarb Adelheid 1338 als Aebtiſſin in Klarenthal; Mechtild dagegen, vermählt mit dem Pfalzgrafen Rudolf, eine Frau von feſtem, entſchiedenem Charakter, ſpielte, wie wir ſehen werden, eine bervorragende Rolle in der Politik. Des Königs bereits genannter Sohn Ruprecht war bei Göllheim in die Gefangenſchaft des Oeſtreichers gerathen. Wieder befreit, trieb ihn die Kampfesluſt nach Böhmen, wo er für König Wenzel, mit deſſen nun verblichenen Tochter er verlobt geweſen war, abermals gegen den Habsburger ſtritt. Hier raffte den Tapferen 1305 der Tod hinweg ⁵³)
¹) Bruchſtücke dieſes Gedichtes bei Haupt, Zeitſchr. f. d. A. III, S. 2— 25. Vgl. dazn Schmid, der Kampf um
das Reich. Mit Recht ſagt Dominikus im Koblenzer Gymnaſialprogr. v. 1853, S. 15:„Wohl war es für Deutſchland kein Glück, daß ein machtloſer Graf auf Rudolf folgte; doch dürfen patriotiſche Wünſche nicht ungerecht machen gegen Adolf's perſönliche Vorzüge oder dazu verleiten, ihn auf Koſten ſeines Nachfolgers zu tief herab zu ſetzen.“ Dieſe Worte beziehen ſich auf das ſtrenge Urtheil Böhmer’'s ³²) Von ihm ſagt der rheiniſche Dichter:
„Awie des adelaren barn(Kind)
Vil ritterlichen kunnen varn(können fahren)
(Na)(nach) der ritterſchefte veſte er zouch,
(Na) ſime arde vmbe trouch(reinen)
(Al)s des adelaren kint
(Gey)n der ſunnen ſchine wenich blint,
(So) kan dey reychte(geradezu) dar in uol ſtarn(wohl ſehen). ²) Wenck, Heſſ. Landesgeſch. II, 339 ff. Der rheiniſche Dichter nennt ihn den„alden, wiſen, milden und reynen.“ Vgl. Schmid a. a. O. 126. ⁴) Alb. Arg. 110. ³) In Ottokar's Reima ronik(737) heißt es von ſeinem Begräbniß:


