Kuſtos des Benedictinerſtifts Murbach(im Elſaß), Mathias von Bucheck, dem treuen Anhänger Friedrichs von Oeſtreich. Daß dieſer des Erzſtifts würdig war, geht beſonders daraus hervor, daß eben Balduin ihn bei Beſitzergreifung unterſtützte, ihn nach Mainz begleitete und mit ihm das engſte Bündniß ſchloß Mit Eifer und Erfolg verwaltete der rechtliche Mann das Erzſtift und verfocht die Sache des Habsburgers bis zur Schlacht bei Mühldorf. Jetzt näherte er ſich dem Baiern, ohne jedoch deſſen Sache weiter zu der ſeinigen zu machen: nur die äußeren Verhältniſſe hatten die Annäherung bewirkt. Bald trat er wieder von ihm zurück und ſchloß mit den Biſchöfen von Würzburg und Straßburg und dem Herzog Leopold von Oeſtreich einen Hilfsbund gegen jedermann und namentlich gegen Ludwig und ſeine Helfer ab. Begünſtigt von dem Papſte, der ſeiner finanziellen Verlegenheit abzuhelfen ſuchte, erſcheint Mathias wieder an der Spitze der Oppoſition gegen den Kaiſer. Als dieſer auf ſeinem Römerzug war, griff die Gegenpartei am Rhein zu den Waffen; der Erzbiſchof vorab gegen den Landgrafen von Heſſen, der ſich weigerte, Lehen der Mainzer Kirche auzuerkennen.
Nach der Kaiſerkrönung Ludwigs forderte Johannes XXII. zur Wahl eines neuen römiſchen Königs auf. Bevor dieſe Aufforderung ankam, waren bereits geiſtliche und weltliche Fürſten im Mainzer Gebiet zuſammengetreten und hatten auf 7 Wochen die Vornahme der Wahl am ge⸗ wohnlichen Orte feſtgeſetzt. Zugleich ertheilte der Papſt dem Mainzer Erzbiſchof die Ermäch⸗ tigung, den Wahltag zu verſchieben und einen andern Wahlort zu beſtimmen. Allein da die Herzoge von Oeſtreich an den Reichsanſprüchen Friedrichs feſthielten und Balduin von Trier und K. Johann von Böhmen weiteren Vorgehen ſich widerſetzten, ſo hatte die Sache für jetzt keinen Erfolg. Den Erzbiſchof von Mainz traf unerwartet der Tod(1328). Abermals berief das Domkapitel den Trierer zu der Pflege ihrer Kirche und ließ ihm die Schlöſſer und feſte Plätze übergeben. Doch auch dieſes Mal gab der päpſtliche Stuhl ſeine Einwilligung nicht, wohl aus demſelben Grunde, wie früher, weil Balduin nicht unbedingt dem Papſte zu Willen war, ſondern ſtets eine ſelbſtſtändige Stellung zwiſchen den ſtreitenden Parteien zu behaupten verſtand, unb verlieh gemäß früherem Vorbehalt das Erzſtift dem Probſt Heinrich von Bonn, des Grafen Ruprecht von Virneburg Bruder und Brudersſohn des Erzbiſchofs Heinrich von Köln, welcher letzterer ein Gegner der baieriſchen Partei geweſen war.
Man erkennt, welche Wichtigkeit einem Mainzer Erzbiſchof beigelegt wurde, und dem Papſte war es darum zu thun, wieder einen kirchlich geſinnten Mann zu der erſten Würde im Reiche zu befoͤrdern. Das Domkapitel proteſtirte, der Papſt hielt ſeine Wahl aufrecht und befahl dem Erzbiſchof von Köln und den Biſchöfen von Münſter und Lüttich Heinrich mit dem Pallium zu bekleiden, vorher aber ihm den Eid der Treue abzunehmen. Doch was die Treue Heinrichs anlangte, ſo ſollte der Papſt in dieſem Punkte bald eine große Enttäuſchung erfahren. Heinrich rüſtete ſich und fand Anhang; namentlich wußte er die Mainzer Bürger durch Gunſtbe⸗ zeugungen und Verſprechungen zu gewinnen, während Domkapitel und der übrige Klerus nichts von ihm wiſſen wollten. Balduin hatte anfangs abgelehnt, ohne päpſtliche Beſtätigung den Stuhl von Mainz zu beſteigen; allein dem dringenden Anſuchen des Domkapitels, ſich der Adminiſtration bis zur Ausgleichung des vor dem h. Stuhl erhobenen Proceſſes zu unterziehen, glaubte er bei der vielfach gefährdeten Lage des Erzſtifts ſich nicht widerſetzen zu durfen und hat faſt 9 Jahre lang als Verweſer und Schirmer dieſer Kirche das in ihn geſetzte Ver⸗ trauen anf das Glaänzendſte gerechtfertigt. Sofort nahm er die Schlöſſer und feſte Plätze in Beſitz, belohnte die dem Erzbiſchof Mathias geleiſteten Dienſte, bezahlte die von demſelben ge⸗ machten Schulden aus ſeinem eigenen Vermögen, legte die Fehde mit dem Landgrafen Heinrich


