Aufsatz 
Der Kampf des Erzbischofs Gerlach von Nassau mit Heinrich von Virneburg um das Erzstift Mainz.
(Fortsetz. d. Progr. v. 1861.)
Entstehung
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mäßige Wohnung, und auf einem zu dem gedachten Schloßflügel gehörigen, ebenfalls käuflich erworbenen Grundſtücke wurden mehrere bisher entbehrte oder in ungeeigneter Beſchaffenheit vor⸗ handene bauliche Einrichtungen getroffen. Zunächſt muß nun noch die Herſtellung eines Zeichen⸗ ſaales für die Anſtalt in Angriff genommen werden und wird dieſelbe in den durch die Benutzung der neuen Räume nunmehr frei gewordenen Localitäten ohne beſondere Schwierigkeit ausgeführt werden können. Größere Schwierigkeiten dürfte die ſehr wünſchenswerthe Erweiterung des Turn⸗ ſaales bieten und wird, wenn dieſelbe auf unüberwindliche Hinderniſſe ſtoßen ſollte, auf die Erbauung einer hinreichend geräumigen Turnhalle auf dem Turnplatze Bedacht genommen werden müſſen, in welcher die Turnübungen von allen Schülern gleichzeitig und zwar nicht nur im Winter, ſondern auch bei ungünſtiger Witterung im Sommer betrieben werden können.

Dem Beginne des Schuljahres gingen am 12. April die Aufnahmeprüfungen voran. Von den angemeldeten 49 Schülern wurden 2 auf den Grund von Abgangszeugniſſen inländiſcher Gymnaſien in die III., beziehungsweiſe II. a, von den übrigen 47, nach dem Ergebniſſe der mit ihnen vorgenommenen Prüfung, 25 in die VII, 5 in die VI, 6 in die V, 4 in die IV, 3 in die III, 3 in die IIb und 1 in die Ib aufgenommen.

Am 13. April wurde das Schuljahr mit feierlichem Gottesdienſte in den Kirchen beider Confeſſionen eröffnet und hierauf verſammelten ſich Lehrer und Schüler in der Aula, wo der Direktor eine Anrede an die Schüler hielt und nach derſelben die Schulgeſetze verlas und er⸗ läuterte, auf welche zugleich die neu aufgenommenen Schüler verpflichtet wurden.

Am 15. April nahm der Unterricht in allen Claſſen ſeinen Anfang.

Am 25. April ſchied Collaborator Dr. Krebs, welcher an dem hieſigen Gymnaſium, an welchem er ſchon im Jahre 1856 vorübergehend als Candidat beſchäftigt geweſen war, ſeit Oſtern 1857 mit dem erfreulichſten Erfolge gewirkt und ſich in hohem Grade die Achtung ſeiner Amtsgenoſſen und die Liebe ſeiner Schüler erworben hatte, aus ſeinem bisherigen Wirkungs⸗ kreiſe, da er, um eine Lehrerſtelle an der höheren Bürgerſchule zu Wiesbaden, und zwar als Collaborator, mit Erhöhung ſeines Gehaltes, zu übernehmen, aus dem Staatsdienſte gnädigſt beurlaubt worden war. Die Anſtalt wird dieſem tuchtigen Lehrer, unter deſſen Leitung auch die Turnübungen der Schüler ſtanden, ein dankbares Andenken bewahren.

Am 1. Mai wurde Collaborator Franz Leyendecker, deſſen Ernennung zur Ergänzung der durch den Abgang des Collaborators Dr. Krebs in dem Lehrercollegium entſtandenen Lücke erfolgt war, von dem Unterzeichneten in ſeinen neuen Wirkungskreis eingeführt und übernahm die ſämmtlichen von ſeinem Vorgänger ertheilten Lehrſtunden, ſowie die Leitung der Turnübungen. Derſelbe hatte ſeit Herbſt 1858 als Lehrer an der höheren Bürgerſchule zu Wiesbaden gewirkt, in deren Programm über das Schuljahr 1858 59, S. 26 ſich Lebensnachrichten von ihm finden.

Die Pfingſtferien dauerten vom 18. bis zum 27. Mai.

Am 12. Juni fand die Eröffnung der Schwimm⸗ und Badeanſtalt ſtatt.

Am 13. Juni wurde von Lehrern und Schülern, mit Ausſetzung des Nachmittagsunter⸗ richts, ein gemeinſchaftlicher Spaziergang nach Limburg unternommen, welcher von dem ſchönſten Wetter begünſtigt war und Lehrern und Schülern eine ſehr angenehme Erholung gewährte.

Am 18. Juni wurde die Gedächtnißfeier der Schlacht bei Waterloo in derſelben Weiſe wie im vorhergehenden Jahre gefeiert. Auf dem mit Fahnen, Gewehren u. ſ. w. geſchmückten Turnplatze verſammelten ſich die Lehrer und Schüler der Anſtalt, mit ihnen viele Freunde der⸗ ſelben, unter welchen ſich auch die mit der Waterloomedaille decorirten Befreiungskämpfer aus hieſiger Stadt und der Umgegend befanden. Nachdem die Feier durch das Lied:Herbei, herbei,

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