Aufsatz 
Der Kampf des Erzbischofs Gerlach von Nassau mit Heinrich von Virneburg um das Erzstift Mainz.
(Fortsetz. d. Progr. v. 1861.)
Entstehung
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befriedigendes bezeichnet werden und bei den meiſten reichten Belehrungen und Ermahnungen ohne Disciplinarmittel aus, ſie zur Erfüllung ihrer Schülerpflichten anzuhalten. Von der Carcer⸗ ſtrafe wurde nur ſelten und nur bei wenigen Schülern Gebrauch gemacht, bei zwei Schülern der Prima, welche ſich mehrmals geſetzwidrigen Wirthshausbeſuch hatten zu Schulden kommen laſſen, mit der Androhung, daß bei Wiederholung dieſes Vergehens auf ihre Entfernung aus dem Gymnaſium angetragen werden müſſe. Uebrigens iſt die Strafe der Ausweiſung bei keinem Schüler des Gymnaſiums zur Anwendung gekommen.

E. Phyſiſches Wohl.

Der Geſundheitszuſtand der Lehrer des Gymnaſiums war im verfloſſenen Schuljahre weniger befriedigend als früher, und insbeſondere wurden Profeſſor Lade vom 11. bis zum 30. Oktober, Collaborator Leyendecker vom 30. Januar bis zum 8. Februar, und wieder vom 10. bis zum 18. Februar, der Unterzeichnete vom 7. Januar bis zum 1. Februar, mehrere andere Lehrer auf kürzere Zeit ihrer Berufsthätigkeit entzogen. Wenn nun auch die Lehrer der Anſtalt auf's bereitwilligſte für die verhinderten Collegen eintraten und es in den meiſten Fällen gelang, den durch dieſe Verhinderungen herbeigeführten Stundenausfall vollſtändig zu decken, ſo konnte doch das Gymnaſium nicht gegen alle Nachtheile geſchützt werden, welche mit häufigen, in der regelmäßigen Durchführung des Stundenplans eintretenden Störungen verbunden zu ſein pflegen. Der Geſundheitszuſtand der Schüler war im Ganzen nicht ungünſtig, doch wurden im Laufe des Winterſemeſters in Folge der ungeſunden Witterung viele Schüler durch Unwohl⸗ ſein zu Unterbrechungen des Schulbeſuchs genöthigt. Nur ein Schuler der Tertia befand ſich in der Lage, eine ſolche Unterbrechung auf längere Zeit eintreten zu laſſen und zur Wiederher⸗ ſtellung ſeiner Geſundheit vorläufig zu ſeinen Eltern zurückzukehren.

II. Chronik des Gymnaſiums.

Den Nachrichten über die Erlebniſſe der Anſtalt während des verfloſſenen Schuljahres ver⸗ dient die höchſt wichtige, ſeit langer Zeit ſehnlichſt herbeigewünſchte und, nach Ueberwindung mehr⸗ facher Schwierigkeiten, durch die unermüdete und umſichtige Fürſorge der hohen vorgeſetzten Be⸗ hörden herbeigeführte Erweiterung der Localitäten des Gymnaſiums vorausgeſchickt zu werden, welche dadurch bewirkt worden iſt, daß der nördliche Schloßflügel, welcher bisher noch Eigenthum des Domanialfiscus war, von letzterem für den Centralſtudienfonds angekauft und mit dem 1. November v. J. dem Gymnaſium überwieſen wurde. Letzterem ſind aus dieſer Erwerbung ſehr erhebliche Vortheile erwachſen und mehrfache, aus der Unzulänglichkeit der ſeitherigen Loca⸗ litäten hervorgegangene Uebelſtände ſind entweder ſchon beſeitigt worden, oder werden noch be⸗ ſeitigt werden können. In den neugewonnenen Räumen ſind ein chemiſches Laboratorium und ein phyſicaliſches Lehrzimmer eben in der Anlage begriffen; ein neues Conferenzzimmer wurde, da das zu dieſem Zwecke beſtimmte Zimmer gänzlich ungeeignet war, weßhalb auch ſeit Jahren die Conferenzen in dem Arbeitszimmer des Bibliothekars gehalten werden mußten, bereits im verfloſſenen Winter in dem gedachten Schloßflügel eingerichtet, der auch dem Gymnaſium zur beſſeren und zweckmäßigeren Aufſtellung der phyſikaliſchen ſowie anderer Apparate und Lehr⸗ mittel die ſehr erwünſchte Gelegenheit gegeben hat. Außerdem erhielt der Gymnaſialpedell, deſſen bisherige Wohnung ſehr mangelhaft war und durch ihre Lage für das Gymnaſium mehrfache Uebelſtände herbeigeführt hatte, in dem neuerworbenen Flügel eine ſehr ausreichende und zweck⸗