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Burg, Schwabsburg die Burg wieder an ſie komme, weder ſie noch ihre Diener oder Helfer daraus den Bürgern von Mainz etwas Uebles zufügen würden, oder einen Zoll nehmen, es geſchehe denn mit Willen der drei Städte, und dies ſo lange als der Krieg dauere, den ſie mit H. Gerlach von Naſſau hätten, der ſich einen Erzbiſchof von Mainz nenne. Dieſelbe Urkunde ſtellten ſie auch der Stadt Speier aus*). Dieſes war Grund genug, daß auch Gerlach zu gleichen und noch größeren Zugeſtändniſſen ſich herbeiließ. Am 1. Oktober verbindet er ſich, 1) das geiſtliche Gericht, oder die der Pröbſte, die zu der Stadt Mainz gehoren, niemals aus der Stadt anderswohin zu legen, und würde ſich jemand, der zu dem geiſtl. Gericht gehore, beklagen, daß ihm mit Gewalt oder Unrecht von den Bürgern begegnet ſei, das ſoll die Stadt an die Achte ſchicken, die von ihr und ihm zur Entſcheidung aller Brüche gewählt worden, um in Monatsfriſt darüber zu richten; 2) ſich mit ſeinen Gegnern nicht zu verſöhnen ohne der Stadt Wiſſen und Willen; 3) innerhalb 5 Meilen um die Stadt, weder zu Waſſer noch zu Land, einen Zoll oder Geleitsgeld zu nehmen oder aufzurichten, ohne der Stadt Rath, Wiſſen und Willen; ſollte es aber außerhalb der 5 Meilen geſchehen, ſo ſollen die Mainzer zollfrei ſein. Und damit ewige Freundſchaft zwiſchen ihm und den Bürgern beſtehe, ſo ſchwur er vor dem h. Evang., alle dieſe Artikel ſtet und feſt zu haiten, weder bei dem Stuhle zu Rom, noch bei dem Kaiſer oder Könige, noch ſonſt jemand eine Befreiung zu ſuchen und die Bürger durch keinerlei Acht oder Bann an denſelben zu hindern. Zu größerer Bekräftigung der Urkunde bat er ſeinen Vater und beiden Brüder, ihre Siegel daran zu hängen, was dieſe auch gethan und dabei ſich verbunden haben, daß wenn Gerlach ſich unterſtände, dieſe Punkte je gegen die Stadt zu brechen, keiner von ihnen demſelben helfen werde; vielmehr gelobten ſie, auf dieſen Fall mit ihrer Macht der Stadt zu helfen, bis alle Brüche gerichtet worden ²).
Glücklich wurde in dieſem Jahre auf benachbartem Gebiete für Gerlach gefochten, was die Limburger Chronik ³) alſo erzählt:„In dieſer zeit was ein Biſchof zu Mentz, der hieſe Burſeman mit dem zunamen, vnd was von Virnberg geboren, vnd hieſe darumb Bursman, daß Er gern dranck. Dieſer ward feind des Hochgebornen Fürſten, Landgr. Heinrichs zu Heſſen. Der war ein Vreuckel Frauwen Eliſabeth der Heiligen Frauwen, als vorgeſchrieben ſteht. Der krige hatte geweret manche zeit vnd jahr, alſo daß Sie manche Ponytz, gerennſe vnd Scharmitziren hatten. Vnd des zog der vorgenant Ldgr. Heinrich mit großer gewalt vor ein burgk die hieſe Halderſen, die lag bey Geismar, und lag lang dafür. Vnd gaben die darinnen waren, die Burgk auff, mit ſolchem vnterſcheid alſo, Keme der Biſchof v. M vnd der⸗ ſelb Stift vmb ein Monat, vnd beſöneten Sie, ſo ſolten Sie loß ſein der einlaſung. Vnd da der Monat vmb was, vnd der Biſchof nit kam, da war der Ldgr. mit groſem volck, mit dem Hertzog v. Braunſchweig, vnd mit dem Marggrafen von Meiſen, vnd wolten geſtritten haben, ob der Biſchoff kommen were, vnd namen das Schloß ein, vnd zubrachen das biß auf den grundt.
Darnach in deiſelbigen, da kam der vorgenante Biſchof mit groſer gewalt gen Fritzlar, vnd zog dannen biß gen Gudesberg, vnd wolte das gantze land ſchedigen biß an Caſſel. Da kamen die Landgrauiſchen dem Biſchof entgegen zu Gudesberg, vnd ſtritten einen groſen ſtreit. Da fing der Landgraf einen Herrn von Virnberg), einen Herrn von Duno ⁵), vnd andere viel Ritter vnd Knecht von dem Reine vnd anderm Land. Und viel Leut verplieben auf beyden
1) Schaab, Rhein. Sidteb. II, 221 u. Guden III, 354— 2) Schaab a. a. O. II, 222— 3) S. 430 u. f.— 4) Ruprecht Neffe des Erzbiſch., ein berühmter Streiter ſeiner Zeit.— 5) Jetzt Taun.


