Aufsatz 
Der Kampf des Erzbischofs Gerlach von Nassau mit Heinrich von Virneburg um das Erzstift Mainz.
(Fortsetz. d. Progr. v. 1861.)
Entstehung
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die vor Mainz gezogen mit denIndenſchlehern, es ſei denn, daß ihr Schaden gut gemacht wäre; 11) verbündet er ſich,wanne wir dez Ringaws gewaltig worden, daz daſſelb Rin⸗ gaw mit andern Dorff und Gemarken die dartzu gehorent, mit iren 4 Ingeſiegeln verſchreiben der Stede zu M., daz ſie halten derſ. Stede ir fryheit, als von der Bede wegen, u. ander vnrechter Schetzunge wegen, von den Guden, die die Stat, vnd ir Burger by In in dem Rin⸗ gaw vnd anderſwo gelegen hant; vnd dazſelbe ſollen verſchryben vnſere Vitztum in deme Rin⸗ gawe, vnd vnſer Burgreue von Olmen. Außer den Verwandten des Erzbiſchofs beſiegelten dieſe Urkunde 8 Stiftsherrn*).

III. Dtendigung des Kanpfes.

Im Anfange des Jahres 1350 hatte der von Aſchaffenburg entflohene Kuno ſeinen Aufent⸗ halt auf dem Schloſſe Klopp bei Bingen genommen. Die Bürger dieſer Stadt bielten die Gelegenheit für günſtig, um durch deſſen Gefangennehmung dem Erzbiſchof Gerlach die Ober⸗ hand im Erzſtift zu verſchaffen. Von 600 Rheingauern unterſtützt drangen ſie zur Nachtzeit in das durch Verrath geöffnete Schloß bis zu dem Bette, worin Kuno ſchlief. Luſtig verſprach dieſer Alles, was ſie verlangten und bat ſie nur, aus dem Zimmer zu gehen, bis er ſich angekleidet hätte. Während ſie ſich entfernten, ſprang der verwegene Ritter durch's Fenſter in den Schloßgraben und entkam unerkannt in die Burg Chrenfels. Iugleich wurden die Bürger von der inzwiſchen ſich ſammelnden Burgmannſchaft zum Schloſſe hinausgetrieben, deſſen föormliche Belagerung ſie ſodann begannen. Von Ehrenfels aus unterhielt Kuno mit der Beſatzung des Klopp durch Zeichen eine fortwährende Verbindung, und als einſt nächtliches Geſchrei und Geläut der Sturmglocken ihn vermuthen ließ, daß man einen Sturm ausführe, ſetzte er mit einem Haufen entſchloſſener Krieger über den Rhein, drang kühn zwiſchen den Stürmenden durch den Graben in das Schloß, übernahm dort die Leitung der Vertheidigung und trieb die überraſchten Bürger in die Stadt zurück, deren er ſich bemächtigte. Sofort verjagte er die Anſtifter des Sturms und kehrte auf den Ehrenfels zurück*). Durch ſolch kühne Thaten blieb Kuno ſeinen Gegnern furchtbar. Zum offenen Kampfe kam es nicht. Daß auch in dieſem Jahre einige Knechte des Vicedoms von Alzei dem Heinrich Fehdebriefe ſchickten ²) und Gerlach mehrere Edelknechte gewann, die ihm ihre Schlöſſer öffneten ²³), änderte die Sachlage nicht*). Vielmehr ſcheint Kuno Verſuche gemacht zu haben, die rheiniſchen Städte von der naſſauiſchen Partei abzuziehen. Denn am 1. Juli verbanden ſich der Erzbiſchof Heinrich, Kuno, der kurz darauf die Erklärung abgab, mit ſeinen Genoſſen noch 4 Jahre die Vormundſchaft behalten zu wollen, und der ihnen ergebene Theil des Kapitels durch eine zu Eltville ausgeſtellte Urkunde, daß im Falle Oppenheim, Stadt und Burg, Odernheim die

*) Senckenberg Sel. II, 146 und dazu Bodmann a. a O., S. 22 ff. 1) Bodmann a. a. O., S. 62 u. Scholl, Ann. Bing. von Sander nach Gest Trev. 280. 2) Schunk, Beitr. III, 366. 3) Wuerdtw. N. S. VI, 341. 4) Am 5. Apvril weihte Gerlach's Generalvicar die Kirche des Karthäuſerkloſters auf dem Michels⸗ berge und die Alexiuskapelle, wobei der Erzbiſchof denen, welche, contriti et confessi, die Kapelle veſuchten, einen Ablaß gewährte. Derſelbe beſtätigte in dieſem Jahre die Wahl des neuen Abtes zu Sponheim, und erlaubte dem Abte vallis s. Georgii den Gebrauch eines Tragaltars. Joannis II, 427.