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der Mainzer Diöceſe der Landgraf von Heſſen, der Markgraf von Meißen und der Graf von Henneberg gegen ihn in's Feld rückten. Kuno hielt ſich in Aſchaffenburg auf, wo er beinahe in die Hände ſeines Gegners, des K. v. Kirkel gerathen wäre. Letzterer hatte den Vicedom von Aſchaffenburg, Ulrich von Kronberg für ſich gewonnen. Dieſer öffnete ihm die Thore, und während Kuno im Schloſſe ſorglos ſchlief, wurde er plötzlich geweckt durch Waffengeklirr und des Vicedoms lauten Ruf:„Hundert Gulden dem, der mir Herrn Kuno todt oder lebendig liefert!“ Raſch aber ſprang Kuno von dem Lager, und den Leib durch das enge Fenſter preſſend, ließ er ſich an zuſammengebundenen Betttüchern in den tiefen Schloßgraben herab und erreichte ſo vor Tagesanbruch das Freie*²). Von den Naſſauern hatte Johann, des Erzbiſchofs Bruder, dieſem Sommer eine harte Fehde mit drei Anhängern des Virneburgers, nemlich mit Johann I. von Solms, deſſen Sohne Dietrich und deren Vetter Heinrich, dem Sohne des Gr. Bernhard I. zu Solms⸗Braunfels. Auf ſeiner Seite ſtand nebſt anderen Balduin von Trier. Die Burg Hohen⸗Solms wurde gebrochen, ein Schickſal, das Burgſolms derſelbe Johann, unterſtützt von den wetterauiſchen Städten, bereits 1344 bereitet hatte ²).
Das Alles geſchah, während Karl IV., der in Frankfurt dem Begräbniß Günthers beige⸗ wohnt und am 25. Juli ſeine Gemahlin zu Aachen hatte krönen laſſen, am Rheine verweilte. Er überließ die Mainzer Händel ſich ſelbſt. Grade jetzt wüthete hier die Seuche, der ſchwarze Tod, für deren Dauer der Erzbiſchof vom Papſte einen Ablaßbrief erhielt, um den man von Mainz aus gebeten hatte ³) Da noch auf mehreren Bürgern und ſogar auf ihrer Geſammtheit der Bann laſtete, ſo abſolvirte ſie jetzt der Erzbiſchof theils in eigner, theihs in Specialvoll⸗ macht von Avignon aus*). In freundlicher Beziehung ſtand um dieſe Zeit ſchon Gerlach mit dem Speierer Oberhirten. Er beſtätigte demſelben am 1. Okt. den durch große Schuldenlaſt gebotenen Verkauf der Burg Rietberg mit zwei Dörfern und allem Zugehör an das Domkapitel ⁵³).
Von der größten Wichtigkeit für die Stadt Mainz war aber die Urkunde des Erzbiſchofs vom 9. Dez., worin er ihr nicht allein alle ihre von Päpſten, Kaiſern und Königen ertheilten Freiheiten beſtätigte, ſondern ihr Zugeſtändniſſe machte, die zur Hebung ihres Wohlſtandes und der Befeſtigung ihrer Macht beitragen mußten. Darin verzichtete er 1) auf alle Anſprache, die er gegen ſie haben mochte„der buwe halb ußwendig der Stadt und in der Stadt uff den Bergen zu S. Victor, S. Alban und S Jakob“; 2) überläßt er ihnen auf Lebenszeit den Pfundzoll(Kaufacciſe); 3) der Marktmeiſter ſoll ſeines Rechtes nicht gebrauchen die zwei Jahr⸗ meſſen, welche die Stadt von Karl IV. hat; dafür ſoll ſie dem Marktmeiſter zu jeder Jahr⸗ meſſe geben 5 Schilling Heller; 4) überläßt er der Stadt auf Lebenszeit die Beſetzung des Rathes; 5) gibt er ihr die Fähre über den Rhein zwiſchen Mainz und Kaſtel; 6) verſpricht ſein geiſtliches Gericht nur zu Mainz zu halten; 7) wegen der Hinderniſſe, welche die Bürger dem Erzbiſchof gethan, ſoll er nie eine Anſprache machen; 8) gewährt er, daß die Stadt 7 oder 8 Schöffen auf den Hof zu M. ſetzen ſoll, die das Recht helfen ſprechen, und theilen an ſeinem weltlichen Gericht,„auff daß armen und reichen deſto rechter geſchee;“ 9) verſpricht der Stadt, für den Fall, daß ſie Krieg bekäme, 50 Nitter und Knechte in die Stadt zu ſchicken, und auf ſeine Koſten zu unterhalten; zieht die Stadt zu Felde, ſo ſoll er ihr helfen; auch ſollen die Feſten ſeiner Brüder ihnen offen ſein. 10) verſpricht er, ſich mit den Feinden der Stadt nicht auszuſöhnen, weder mit denen, die die Stadt angegriffen ſeinetwegen, noch mit denen,
¹) Gest. Trev. zu d. J.— 2) Rhein. Antiq. II, 3, 722— 3) Schunk, Beitr. I, 349.— 4) Schaab a. a. O. II, 214— 220.— 5) Remling, Urk. zur Geſch. d. Biſch. v. Sp. I, 581.


