Aufsatz 
Der Kampf des Erzbischofs Gerlach von Nassau mit Heinrich von Virneburg um das Erzstift Mainz.
(Fortsetz. d. Progr. v. 1861.)
Entstehung
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Stadt gelegenen Häuſern, Gärten und Weinbergen. Dafür ſchwuren die Bürger Nache; zugleich hegten ſie den nicht unbegründeten Verdacht, daß Kuno dieſe Landſtreicher begünſtigt und ihr Anrücken gegen die Stadt veranlaßt hätte, und forderten von den Herren in Eltville für den erlittenen Schaden Erſatz*). Durch Vermittlung der Städte Worms und Speier und durch ein Schiedsgericht wurde endlich die Sache beigelegt. Gleich in dem erſten Artikel der Sühne ſollen H. Heinrich und Kuno der Stadt 4000 Pf. H. geben, und dafür ſetzen ſie dieſelbe in einen großen Turnos zu Ehrenfels an dem Zolle, bis ſie bezahlt ſind. Auch wurde beſtimmt, daz die ſtat von M., die drithalphundert malder Korns, oder wie vil das iſt, daz den von Lorch genomen iſt, und daz iene, der daz Korn, was zu den heiligen behalden an geuerde, wider geben ſollent,.. auch ſoln die vorgen. her heinrich und her Kune, alle die Schiffe, alle phele und garne, die in den ſchiffen warn, wider geben.

Endlich wurde bedungen, damit die Stadt auf keinen Fall zu Schaden komme,daz die vorgen 0. heinrich und h. kune ſich nit ſunen ſoln, mit dem erwirdigen herren Gerlach Ertzeb. zu M. ſinen helffern und dienern, er enhabe dann der ſtat zu M. beſigelt dieſe ſune ²).

Nicht lange nachher trat Gerlach in beſondere Unterhandlung mit den Erfurtern, deren Treue er jetzt zu vergelten wußte. Er gab ihnen am 11. Juli die Vergünſtigung, daß ſie nicht außerhalb ihrer Stadt vor Gericht gezogen werden ſollten, und verwies alle Kläger gegen die⸗ ſelben an ſeinen Proviſor, den Kanonikus Theodorich de Gozsersstete; zugleich beſtätigte er an demſelben Tage der Stadt alle ihre Privilegien unter namentlicher Hervorhebung der von ihr ſeither bewieſenen Ergebenheit*). Auch die Sache wegen der daſelbſt erſchlagenen und ver⸗ brannten Juden fand ihre Erledigung. Gerlach verſprach den Bürgern, ſie nicht zur Strafe ziehen zu wollen, und verzichtete auf die während des Aufruhrs geraubten Güter der Unglück⸗ lichen. Dafür übernahmen die Erfurter die Judenſteuer und die 100 Mark, welche die Juden jährlich dem Mainzer Erzbiſchof überreichten, aus der Stadtkaſſe zu entrichten*).

Der Fehdezuſtand zwiſchen den beiden Erzbiſchöfen dauerte fort: Kuno, dem gegenüber Heinrich ohne alle Freiheit des Handelns war, beharrte hartnäckig in ſeiner Stellung. Eben ſo wenig waren die Naſſauer gewillt, ſich auf Zugeſtändniſſe einzulaſſen; ſie gewannen viel⸗ mehr neue Freunde. Am 16. Auguſt öffnete Johann vonSaltzauw von ſeiner und ſeines Bruders Fritz wegen dem Erzb. Gerlach ihr Schloß Wechterspach wider ſeine Feinde*). Um was es ſich bei Kuno handelte, zeigt ſeine Urkunde vom 9. Sept. dieſes Jahres. An dieſem Tage legte er auf dem Zollhaus zu Ehrenfels über ſeine Vormundſchaft von S. Peter Tag ad cathedram 1348 bis Mittwoch vor Maria Geburt Rechnung ab, wonach ihm das Stift 34,238 Pf. und 10 Schilling H. ſchuldig blieb; dafür, heißt es in der Urkunde, ſolle er die Vormundſchaft ſo lange behalten, bis er ſich bezahlt gemacht hätte ³)

Nachtheilig wirkte der fortdauernde Kriegszuſtand beſonders auf den rheiniſchen Handel. Daher verſammelten ſich im September die Städte Mainz, Worms, Speier und Straßburg durch ihre Boten zu Worms und berathſchlagten ſich hier, wie der Landfriede wieder herge⸗ ſtellt werden könne. Sie kamen überein, den Stiftspfleger Kuno mit ſeinen Gegnern, mit andern Fürſten und Herrn auf den 26. Sept. vor ſich nach Speier laden zu laſſen*). Ob Kuno erſchien, i*ſt nicht bekannt; wahrſcheinlich blieb er trotzig aus, obgleich damals an der öſtlichen Grenze

1) Bodmann, Rbeing. Alterth. S. 31. 2) Wuerdtw. N. S. VI, 333. 3) Ebendaſ. 317. 4) Joannis 1, 668& Guden Hist. Erf. 5) Wuerdtw. N. S. VI, 331. 6) Reg. Boica VIII, 171. 7) Schunk, Cod. dipl. 392. 4