Aufsatz 
Der Kampf des Erzbischofs Gerlach von Nassau mit Heinrich von Virneburg um das Erzstift Mainz.
(Fortsetz. d. Progr. v. 1861.)
Entstehung
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heide vnde Gulde, da inne Wir vnd vyſer ſtift zu Mentze ſie vnd ire Erben wellen und ſollen ſi ewecliche ſchirmen...Auch bekennen Wir in, daz ſie vnſer Oberſte Vorſter ſin von der Waltaffen vber vnſern Walt, daz die Hohe heiſſet bitz zu Lorche in den Rin, und darumbe mogen ſi da vffe iagen alſe dicke ſi wellen vber Lant vf den Rin zu der Hecken. Auch bekennen wir in eines Vares zu Biburg mit Perden, mit Karren vnd mit Wagenen, da vber zu varene alſe ſi vnd ire Erben ez von eime Riche hant zu Erplichene Lehene, daran wir oder vnſer ſtift zu Mentze ſi nimerme ſollen gehindern). Bereits wenige Tage vorher(S. Juli) batte Gr. Otto von Naſſau Dillenburg dem Erzbiſchof gelobt, allen Beiſtand leiſten zu wollen ³). Auch Gr. Johann von Naſſau⸗Hadamar mit ſeinem gleichnamigen Sohne tritt zur ſelben Zeit als Helfer Gerlach's auf. Andemſelben Tage, an welchem dieſer das Bündniß mit ſeinen Brüdern ſchloß, gewann er auch den Pfalzgrafen Ruprecht bei Rhein, dem er für ſeinen Beiſtand 50,000 Goldgulden verſprach und ihm die Burgen Reichenſtein, Schauenburg und Fürſtenau mit allem Zugehör verpfändete. Zu Bürgen ſetzte er ihm ſeinen Vater, ſeine Brüder, ſeinen Vetter Johann von Hadamar, und den Probſt Nikolaus von S. Viktor, die, wenn der Ver⸗ trag nicht gehalten würde, ſich in eine der drei Feſten zu Bacharach, Alzei und Weinheim ſtellen ſollen). Von den Grafen von Katzenellenbogen nahmen Partei für ihn Johann II., Wilhelm II. und Eberhard V. Mit dem erſten ſchloſſen Johann und Adolf von Naſſau gleich nach der Erhebung ihres Bruders auf 10 Jahre gegen alle Feinde ein Bündniß ab; ingleichen mit Wilhelm II., während Johann I. und Eberhard IV. zum K. Ludwig und dem Virneburger hielten.*). Zur naſſauiſchen Partei gehörte ferner Gr. Walram von Sponheim, dem Gerlach, um ſich ſeines Beiſtandes zu verſicheru, die Summe von 40,000 Gulden verſchrieb, welche auf die Burgen Beckelheim und Martinſtein, ſowie die Stadt Sobernheim angewieſen wurde ⁵³). Auch verpfändete er mit Zuſtimmung ſeiner Vettern Otto, Johann und Heinrich ihm und dem Pfalz⸗ grafen Weilnau und das Amt, das er ſpäter wieder ablöſte). Walram's Bruder Reinhard, Domherr zu Köln und Mainz, wo er auch Probſt des Mariengradenſtifts war, ſtand ebenfalls auf dieſer Seite, wurde aber 1352 zu Köln ermordet. Gr. Ulrich III. von Hanau, der ſich auch gleich anfangs an Karl IV. anſchloß, war ein ſehr thätiger Helfer unſeres Erzbiſchofs, deſſen Schwager er war; ebenſo Sigfried II. von Wittgenſtein, deſſen Geſchlecht ſeit alter Zeit zu den Naſſauiſchen Vaſallen zählte. Siegfried II., der letzte ſeines Stammes, war ſeit 1323 der Mainzer Kirche Vicedom zu Ruſtenberg und im Eichsfeld, hatte den Kreuzzug unter K. Johann von Böhmen 1337 nach Preußen mitgemacht, nahm als Vermittler und Schieds⸗ richter bei den Händeln ſeiner Nachbarn bedeutenden Antheil und wurde vielfach in den Ange⸗ legenbeiten der Reiches verwendet?) Cbenſo ſicherte der Erzbiſchof dem Gr. Emich V. von Leiningen am 10. Juni 4000 Goldgulden zu für die gegen ſeine Feinde zu leiſtende Hilfe*). Endlich ſtand in dem Kampfe Gerlach zur Seite der Landgraf Heinrich von Heſſen, der ſchon am 3. Februar 1347 dem Gr. Johann von Naſſau Hilfe gegen alle ſeine Feinde verſprochen, ihm ſeine Burgen geöffnet und wegen der Verköſtigung der Hilfsvölker und der Gefangenen Abrede mit

ihm genommen hatte*). Daß er Antheil an der Erhebung Gerlach's gehabt hat, iſt oben bemerkt worden. Trotzdem hatte er von früher her allerlei Streitigkeiten mit dem Erzſtifte. So wegen Neu⸗

ſtadt. Daher verglichen Gr. Gerlach, deſſen Sohn Johann, Gr. Sigfried von Wittgenſtein Mainz

1) Kremer, Or. Nass. II, p. 319. 2) Reg. Boic. VIII. 3) Wuerdtw. I. c. VI, p. 292. 4) Wenck I, Urkdb. 155& 159. 5) Joannis I. c. p. 667 6) Joannis I, 667. 7) Rhein. Antiquar. III, 1, 289. 8) Lehmann, Burgen der Pfalz III, 108. 9) Wenck, III, Urkdb.