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Runkel pfandweiſe überlaſſen hatte.*) In der Betheiligung an den Reichsangelegenbeiten finden wir Adolf in der Begleitung ſeines Vaters oft in der Nähe Ludwig'’s von Baiern, deſſen Huld er auch mehrere Gunſtbezeugungen verdankte. So gab ihm dieſer am 15. Juni 1341 zu Fraukfurt„durch di danckbarne dienſt willen, di er vns vnd dem Riche getan hat, vnd noch tun ſoll vnd mag, vnd och durch beſunderer Genad vnd Fruntſchafft“— auf dem Zoll zu Bacharach auf einem großen Turnos, den er ihm vor darauf verſchrieben hat, 4000 Pf. Heller, und 1343, den 14. Mai, verbrieft er zu Mergentheim wiederum demſelben„unb di dinſt, di er vns vnd dem Riche lang zit her truwelich getan hat vnd noch fürbaz getun ſoll,“ 1000 Pf. Heller auf demſelben Zoll. ²) 1
Bedeutenden Zuwachs an Gütern brachte dem Hauſe die Verheirathung von Gerlach's zweitem Sohne Johann. Er vermählte ſich 1333 mit Gertrud, der älteſten Tochter des 1328 ohne männliche Nachkommen verſtorbenen Hartrad VI., Herrn zu Merenberg, die ihm Merenberg und Gleiberg zubrachte, nachdem ſein Vater bei der 5 Jahre vorher ſtattgehabten Verlobung die Zuſage gegeben hatte, daß er ſeine Länder nur unter zwei Söhne theilen wollte. ⁴) Johann war einer der thatkräftigſten und kriegeriſcheſten Großen der Zeit, deſſen Leben mit unzähligen, zum Theil blutigen Fehden, zunächſt mit den benachbarten Grafen, Herrn und Städten angefüllt war, ohne hier ſeiner Theilnahme an den vielen Kämpfen im Reiche und ſelbſt außerhalb desſelben gedenken zu wollen. Auf ſeine Freundſchaft wurde hohen Werth gelegt; auch machte er ſich in Geſchäften des Reiches verdient und ſtand bei Karl IV. in großem Anſehn.
Dieſen beiden Söhnen übergab Graf Gerlach am 29. November 1344*) die Regierung ſeiner Länder und beſtimmte zwei Jahre ſpäter, was ſie ihm, ſo lange er lebe, an Wein, Ge⸗ treide und Geld jährlich abgeben ſollten.*) Die beiden Brüder beſaßen länger als zehn Jahre die väterlichen Gebiete in Gemeinſchaft, bis es dann durch Vermittlung ihres geiſtlichen Bruders zu einer förmlichen Theilung kam, welche Adolf zum Begründer der Idſteiniſchen, Johann der Weilburgiſchen Linie machte.
Ihrem Bruder Gerlach, den auch ſeine Charaktereigenſchaften zum geiſtlichen Stande be⸗ fähigten, wußte der Vater eine Dompfründe in Mainz zu verſchaffen, wohin der junge Graf gewiß frühe kam, um als Domiccellar ſich unter der Leitung des Domſcholaſters ⁴) zu ſeinem ſpäteren Berufe auszubilden. Ohne Zweifel betrat er die kirchliche Laufbahn gegen das Ende der dreißiger Jahre, in welchen ein Vetter deſſelben, Graf Emich, Sohn des durch ſeine Tapferkeit und Staatsklugheit ausgezeichneten Grafen Emich von Naſſau⸗Hadamar, die Domkuſtodie inne hatte.*) Auch war dieſes grade die Zeit, in welcher der Vater oft thätig, vorzüglich in ſchieds⸗ richterlicher Stellung, in den Mainzer Händeln auftrat. Daß aber Gerlach ſeine Studienzeit gut angewandt und bei dem größeren Theil des Capitels Vertrauen in ſeine perſönliche Tüch⸗ tigkeit erweckte, geht deutlich daraus hervor, daß er trotz ſeines jugendlichen Alters— er zählte
1) Bgl. Arnoldi a. a. O. I, S. 87; II, S. 100; Vogel, Beſchreib. v. N., S. 324.— 2) Beide Ur⸗ kunden in dem Archiv zu Idſtein; vergl. dazu Böhmer, Reg. L. v. B. S. 136 und 145.— 3) Wenck a. a. O., III Urfd. 191.— 4) Vogel a. a. O., S. 325.— 5) Die lrkunde in Reinhard's kl. jur. Ausf. II, S. 345.— 6) An der Spitze des ganzen Kapitels ſtand der Probſt, der die Verwaltung der Einkünfte in Händen hatte; dem Dekan war die Aufſicht über den Kirchendienſt und die Disciplin im Chore aufgetragen. Der Scholaſter batte die Oberleitung des Unterrichts, dem ein magister oder rector puerorum zur Seite ſtaud und die jungen an⸗ gehenden Kleriker(Domicellaren) zu unterrichten hatte; der Kautor war Vorgeſetzter des Kirchengeſanges; der Kuſtos hatte den Domſchatz unter ſeiner Verwahrung: dieſes waren die erſten Stellen im Kapitel.— 7) Emich erſcheint als Domkuſtos urkundlich zum letzten Mal 1338; vgl. Wuerdtw. N. S. D. V., S. 148.


