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sonders die jungen Anpflanzungen seitlich der Verkehrswege werden von Spaziergängern rücksichtslos zerpflückt und in vielen Fällen ihrer Gipfeltriebe beraubt. Auch bei Schulausflügen kommt es vor, daß die Schüler Zweige abreißen und sich damit schmücken. Es muß nachdrücklich darauf hin- gewiesen werden, daß derartige Beschädigungen strafbar sind.
Zu diesem Zweck wird eine Bekanntmachung übersandt, in der die diesbezüglichen Paragraphen des Feld- und Forstpolizeigesetzes vom 1. April 1880 in Erinnerung gebracht werden, nach denen die vorerwähnten Beschä- digungen mit Geldstrafe bis zu 150 Mark verfolgt werden.
Mit Rücksicht auf den dringend geboteten Waldschutz sind die Forst- beamten angewiesen, Ubertretungsfälle für die Zukunft unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen.
III. Chronik der Schule.
Das zu Ende gehende Schuljahr begann Montag den 4. April 1910 mit der Prüfung bezw. Aufnahme der für Real- und Vorschule angemeldeten Schüler. Zu den aus den beiden Vorschulklassen aufrückenden Schülern wurden in die beiden Sexten sieben aufgenommen, in den anderen Realklassen kamen siebzehn neue Schüler hinzu. In die Vorschule traten
Schulbeginn.
90 Schüler ein und zwar 88 in die zwei untersten Parallelklassen V. 3° und V. 3 b, so daß
die ganze Schule, Realschule und Vorschule zusammen, mit einem Bestand von 643 Schülern in das neue Schuljahr eintrat.
Der regelmäßige Unterricht nahm seinen Anfang Dienstag, den 5. April, morgens 7 ½ Uhr mit einer gemeinsamen Andacht in der Aula, wo der Direktor, wie alljährlich, die in die Realschule aufgenommenen Schüler mit den Bestimmungen der Schulordnung bekannt machte.
Brachte schon das letzte Schuljahr dem Lehrerkollegium reichliche Schwierigkeiten in seiner Arbeit, so kann das jetzt ablaufende nicht anders genannt werden als ein Schul- jahr des Leidens, ja schweren Leids: Nicht weniger als drei Herren schieden aus unserer Mitte, darunter zwei in den frühen Jahren des kräftigsten Mannesalters durch ganz uner- warteten Tod.
Am 6. Juni starb in seiner Heimat Ostpreußen im Alter von 32 Jahren am Herz- schlag beim Baden Herr Oberlehrer Dr. Walther Sarowy, nachdem er während der Oster- ferien an einer starken Nervenerschütterung erkrankt war und vergeblich an mehreren Heilstätten Genesung von dem den Körper zermürbenden Leiden gesucht hatte.— Ein reich begabter Mensch und allseitig geschätzt schon an den Stätten seines früheren Wirkens, kam er im Sommer 1902 in unsere Mitte. Was er seitdem der Adlerflychtschule gewesen ist, wie er als arbeitsfreudiger, gewissenhafter, stets und überall hilfsbereiter, in jeder Hinsicht und im besten Sinne getreuer und wohlwollender Lehrer an ihr seiner Pflicht
Ableben Dr. Walther Sarowys.


