Aufsatz 
Kulturbestrebungen und Schule in Chile
Entstehung
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Schüler an der Hand der Beobachtung von Naturgegenständen und Vvorgängen in die Arbeits- methode und in die Wissensgebiete ein, deren systematische Behandlung die Humanidades bringen. So behandelt das erste Jahr, natürlich in ganz elementarer Weise, den Menschen, einige Tiere und Pflanzen, Sonne, Mond, Sterne, Jahreszeiten, Wind, Regen u. s. w. Das zweite: Licht und Schatten, Regen, Schnee, Eis, Fall fester und flüssiger Körper, Erdbeben, Säugetiere, Vögel, Fische, wirbellose Tiere, mehrere Pflanzen, Eigenschaften einiger Körper wie Zucker, Salz, Wasser, Steinkohle, Salpeter; das dritte: die Erde als Kugel, Pole, Kquator, Punkte gleicher Temperatur, Mond- und Sonnenfnsternis, Magnet, Kompaß, Ausdehnung der Körper durch Wärme, Thermo- meter, Barometer, Pluviometer, Pflanzen, Mineralien, Säugetiere, Vögel, Reptilien, Fische, wirbel- lose Tiere. Das Gewicht soll dabei der Unterricht auf die Einpflanzung und Angewöhnung systematischer Beobachtung und Analyse der Natur legen, die sich überall auf Anschauung gründen, und betont wird besonders die Anleitung zu selbständigem Arbeiten. Als theoretische Ausbeute dieser Jahre wird la formacion de una lei empirica i concreta verlangt.

Mit der ersten Klasse der Humanidades beginnt dann die systematische Arbeit für den Aufbau der gesamten Wissenschaft. Der Lehrplan für die Botanik schreibt für die ersten vier Jahre der Humanidades die Ableitung der Grundbegriffe der Morphologie aus der Beschreibung und Vergleichung einzelner Pflanzen und gelegentliche Behandlung biologischer Vorgänge vor, verweist dagegen die systematische Behandlung der Pflanzenanatomie und Piologie wegen ihrer Schwierigkeit in das fünfte und sechste Jahr. In der Zoologie erfolgt die Verteilung des Stoffes nicht nach der Schwierigkeit der einzelnen Zweige der Wissenschaft, sondern nach der Schwierig- keit, welche das jeweilige Studium der einzelnen Tierklassen bietet. Es wird also in den vier ersten Klassen auch die Anatomie und Physiologie behandelt und nur die Histiologie und die Physiologie des Menschen in die zwei letzten Jahre verwiesen. Der Lehrplan für Physik und Chemie schreibt in der Erwägung, daß die geistige Reife der Schüler in diesen Jahren für eine streng wissenschaftliche Behandlung noch fehlt, in den zwei ersten Jahren eine elementare Be- handlung vor, welche die Schüler vor allem mit den gewöhnlichsten Erscheinungen des täglichen Lebens bekannt machen, ihnen eine richtige Anschauung von den Produkten des Landes geben und daran die Erklärung der Grundeigenschaften der Körper und die Bekanntschaft mit den Grundbegriffen der beiden Wissenschaften vorbereiten soll, während das dritte Jahr die erworbenen wissenschaftlichen Begriffe vertiefen und systematisch weiterführen und das vierte die Physik und Chemie gesondert behandeln und in die Krystallographie einführen soll, um eine feste Grund- lage für die Mineralogie zu erhalten, welche im fünften Jahre verbunden mit der anorganischen Chemie abgehandelt wird. Das fünfte Jahr bringt den Abschluß der anorganischen Chemie, wobei besonders die theoretische Chemie und die modernen Formeln betont werden, während das sechste Jahr Kapitel aus der organischen Chemie behandelt mit fortwährender systematischer Hervorhebung der allgemeinen Gesichtspunkte, die ihre Grundlage in den Kenntnissen der anor- ganischen Chemie haben. In der Physik bringt das vierte Jahr die systematische Behandlung des Magnetismus und der Elektrizität, das fünfte Warme und Mechanik, das sechste Akustik, Optik, Galvanismus und Elektromagnetismus. Den Abschluß bildet die Anwendung des Prinzips der Erhaltung der Kraft auf die ganze Materie der Physik.

Auf die einzelnen Jahre verteilt sich nun der Lehrstoff dieser Fächer in folgender Weise: Das erste Jahr der Botanik leitet die Grundbegriffe der außeren Morphologie(Wurzel, Stamm, Blatt, Blüte) aus der Beschreibung und Vergleichung einzelner Pflanzen ab, das zweite Jahr